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Chronik

Vereinschronik

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1962 Es lag schon lange in der Luft. Aber keiner wagte es auszusprechen. Einen Karneval-Verein in Reilingen? Undenkbar! Aber warum eigentlich? Begeisterung war übergenug vorhanden und Aktive auch. Und die erste richtige Sitzung mit Elferrat, Präsident und Büttenrednern war ein großer Erfolg geworden, wenn auch unter anderem Namen. Also schritt man zur Tat.
Am 14. April 1962 wurde der Karneval-Verein mit dem Beinamen „Die Käskuche“ im Gasthaus zum „Löwen „ aus der Taufe gehoben. Der Name „Käskuche“ wurde mit Absicht gewählt. Es ist der Beiname der Reilinger und wir tragen ihn mit Stolz. Wilhelm Eisenmann übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden und hat es bis 1967 mit Umsicht und Tatkraft ausgeübt. Aus gesundheitlichen Gründen mußte er diese Tätigkeit aufgeben. Das Amt des Sitzungspräsidenten wurde Siegfried von Sagunski angetragen, der es übernahm. Bis heute ist er mit Elan und Ideenreichtum dabei.
Es würde zu weit führen, alle Tätigkeiten der Aktiven zu schildern. Eines muß jedoch gesagt werden. Es war nicht nur ein Strohfeuer, das da entbrannte. Alle waren darin einig, sich voll einzusetzen, das Ziel zu erreichen, nämlich die Fastnacht in Reilingen lebendig werden zu lassen. Und so wurde gearbeitet.
Zunächst bereitete man sich auf die großen Ereignisse vor: Die Eröffnungssitzung im November und die große Prunksitzung im Januar 1963. Und wovon jeder nur geträumt hatte, ging in Erfüllung. Die Menschen kamen und waren begeistert. Der Bann war gebrochen, der erste Schritt getan. Einladungen zu anderen Vereinen folgten. Nach Rohrhof zu den „Göggeln“, nach Walldorf zum CCW, in die Rheinhalle Ketsch zur „Narrhalla“, ja sogar nach Gimbsheim bei Worms führte der Weg. Die Kappenbrüder aus Gimbsheim hatten mit sehr guten Beiträgen die Eröffnungssitzung im November 1962 mit aus der Taufe gehoben.
1963/64 Auch die folgende Kampagne 1963/64 gestaltete sich nicht weniger erfolgreich. Unter dem Motto: „Hier wird geklärt“, in Anlehnung an die gerade im Bau befindliche Kläranlage, wurde die Saison im November begonnen. Zur großen Prunksitzung hatte man eine besondere Überraschung parat: Das Käskuche- und das Cowboy-Ballett. Das erstere bestand aus 6 Frauen von Elferräten, das letztere aus 6 Elferratsmitgliedern. Beide gefielen sehr gut und wurden auch von befreundeten Vereinen für auswärtige Auftritte verpflichtet.
Die Tätigkeit eines Karneval-Vereins beschränkt sich nicht nur auf die Fastnachtszeit. Nicht nur daß während des Sommers die Vorbereitungen für die nächste Kampagne getroffen werden müssen, sondern bei uns kam noch etwas besonderes hinzu. Dem Verein wurde von der Kultur-und Sportgemeinschaft die Gestaltung des Abendprogramms des Festmontages beim Fest der Dorfgemeinschaft 1964 übertragen. Die Besucher dieses Festes werden sich noch gut daran erinnern, daß dieser Abend der Höhepunkt dieser Veranstaltung war.
Daß der Verein sich auch außerhalb des Ortes zeigen mußte, war allen klar. So wurde schon in der ersten Kampagne ein Elferratswagen gebaut, der durch den alles überragenden, drehbaren Käskuchen großes Aufsehen erregte und bei den Fastnachtsumzügen in Hockenheim, Ketsch und Schwetzingen bewundert wurde. Eine wichtige Station auf der Vorwärtsentwicklung des Vereins war die Eintragung in das Vereinsregister im Sommer 1964. Von diesem Zeitpunkt ab führt der Verein den Zusatz „e. V.“ im Vereinsnamen.
1964/65 In der Kampagne 1964/65 konnte der Saal des Gasthauses zur „Krone“ die Besucher bei weitem nicht mehr fassen. Freunde aus Rheinau, Schwetzingen und Wiesloch waren gekommen und erfreuten die Besucher mit guten Beiträgen. Ein weiterer Schritt war im Sommer 1965 getan worden. Eine Tanzgarde war entstanden, die viele Jahre sehr erfolgreich von Siegfried von Sagunski trainiert wurde. Eines nur war etwas betrüblich, der erhoffte große Mitgliederzuwachs blieb aus. Zwar kamen einige hinzu, so daß der Stand die Zahl 56 erreichte.
Die geringen Mittel, die dem Verein zur Verfügung standen, stellten ihn vor schwere Probleme. Über die Zuwendungen einiger Gönner hinaus mußten die Aktiven oft selbst in die Taschen greifen, um die Pläne verwirklichen zu können.
In der Prunksitzung am 6. Februar 1965 konnte der Sitzungspräsident S. v. Sagunski die ersten Ehrensenatoren des Vereins ernennen. Herrn Gustav Hopf, Herrn Alfred Klebert und Herrn Richard Dorn.
Nicht nur, daß die Tanzgarde Schwarz-Gold bei ihren Auftritten in Reilingen großen Beifall erntete, auch bei Veranstaltungen befreundeter Vereine wurde sie sehr beachtet. Beim Garde-Tanz-Turnier in Ludwigshafen errang sie unter 22 Teilnehmern, meist aus Großstädten, einen beachtlichen 5. Platz.
1965/66 In der Kampagne 1965/66 fiel die Eröffnungssitzung im November aus. Dafür veranstalteten wir einen bunten Abend mit Verlosung und Tanz, zu dem kein Eintritt erhoben wurde. Unsere Gäste, an der Spitze Bürgermeister Mannherz, amüsierten sich köstlich. Als absoluter Höhepunkt der Kampagne erwies sich die Inthronisation der ersten Reilinger Karnevalsprinzessin „Christa I. von Dentonien“ am 7. Januar 1966.
Unsere Garde tanzte erstmals in ihren „brandneuen schwarz-goldenen Uniformen“, die in unendlicher Kleinarbeit von einigen Elferratsfrauen genäht wurden. An der Beschaffung der Stoffe, auch für die Umhänge der Prinzessin, hatte die Firma Hopf entscheidenden Anteil. Für die Übungsstunden der Garde und auch als Requisitenmagazin wurde uns von der Gemeinde freundlicherweise ein Raum in oder Franz-Riegler-Schule zur Verfügung gestellt, der es uns ermöglicht, endlich unabhängig von jedermann die Gardetänze einzustudieren. Dafür sei der Gemeindeverwaltung an dieser Stelle herzlich gedankt.
1966/67 Die Eröffnung der Kampagne 1966/67 in völlig neuer Form in der „Krone“ am 11.11. wurde zu einer gelungenen Veranstaltung. Dort wurde auch die Garde „Schwarz-Gold“ in ihrer enormen Stärke von 13 Mädels zum erstenmal vorgestellt. Ganz neu und zum erstenmal in Reilingen war auch die Übergabe des Rathausschlüssels an die Reilinger Karnevalisten am Neujahrstage. Bei herrlichem Sonnenschein marschierten Elferrat, Garde und im offenen Auto Prinzessin Christa I. zum Rathaus. Allen voran mit klingendem Spiel, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr. Eine große Menschenmenge hatte sich in den Straßen, vor uns im Rathaus angesammelt, um dem ungewöhnlichen Schauspiel beizuwohnen. Planmäßig rollte alles ab. Nach rigoroser Aufdeckung der „Mißstände“ in der Gemeinde und dem Angriff von „Sex mal acht“ Paar hübschen Mädchenbeinen übergab Bgm. Mannherz den Rathausschlüssel freiwillig an Präsident von Sagunski und erhielt dafür, sehr zum Spaß der zahlreichen Zuschauer eine weiße Zipfelmütze als Requisit seines künftigen Ruhestandes. Die gleichzeitig mit der Regierungsgewalt übernommenen Schulden der Gemeinde von 20 Mil. tilgte Prinzessin Christa I. mit einem Federstrich unter dem Beifall aller Anwesenden.
Ein weiterer Höhepunkt dieser Kampagne kündigte sich an im großen Gardetanzturnier des KV „Hans Warsch“ Lu.-Oggersheim. Die „Schwetzinger Zeitung“ berichtete darüber folgendes: „ . .. Garden aus Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen, aus Schifferstadt, Mosbach und Kehl lagen vor den Mädchen aus Reilingen. Um 18.41 Uhr war es dann endlich soweit! Die Garde „Schwarz-Gold“ marschierte ein und nach drei Minuten‚ höchster Spannung wußten es die Schlachtenbummler: „Unter dem Sternenbanner“, der berühmte amerikanische Marsch von Susa hatte den Reilingern Glück gebracht. Es klappte großartig und unter dem Schmunzeln der Kampfrichter zogen die Reilinger Mädels aus der Arena. Endlich, um 20.15 Uhr (nach 9 Stunden) war das Ergebnis bekannt: Der 5. Platz, zusammen mit der Garde des KV Mannheim-Rheinau, unter schärfster Konkurrenz von 22 Garden von Kehl bis Walldürn. Und das auf Anhieb! Überglücklich lagen sich die Mädchen in den Armen als sie das Gesamtergebnis hörten...“
1967/68 Die Kampagne 1967/68 begann schon früh. Bereits am 6. Mai erhielten wir eine Einladung zum 60jährigen Jubiläum der Perkeo-Gesellschaft Heidelberg. Der mitgebrachte echt „Reilinger Käskuche“ mit Poesie überreicht, verfehlte auch in Heidelberg seine Wirkung nicht.
Daß auch Reilingen eine Reise wert sein kann, erlebten wir am 23. 7., als unsere Freunde vom Karnevalverein „Hans Wasch“ Oggersheim mit uns im „Feldschlöß‘l“ ihren erfolgreich verlaufenen Vereinsausflug feierten. Das große Ereignis jedoch, das jedes Jahr sofort nach Abschluß der Kampagne seine Schatten vorauswirft, ist das Fest der Dorfgemeinschaft. Zum 5. Mal hatte unser Verein es übernommen, den Montagabend, der sich immer mehr als Hauptanziehungspunkt des Festes herausschält, zu gestalten. Sicher erinnern Sie sich noch an „Rey and the golden strings“, unsere Garde als Puppen und vor allem an das Zersägen und Zerschneiden einer lebenden Dame (das uns viel Zeit und Kopfzerbrechen kostete). Auch der beinahe echte „Donkosakenchor“ der Elferratsmitglieder wird jedem noch in Erinnerung sein.
Als besonders bemerkenswert erwies sich die Inthronisation der 2. Reilinger Karnevalsprinzessin Lore I. „vom Feldschlöß‘l“ am 10. November. Nicht weniger als zwölf auswärtige Vereine wohnten mit Abordnungen und Garden dem Ereignis bei. Schade, daß diese wirklich sehenswerte Veranstaltung bei den Einheimischen so wenig Beachtung fand.Schon am nächsten Tag, am berühmten 11. 11 ., nahmen wir mit unserer neugekrönten Prinzessin an der Eröffnungssitzung in Hockenheim und am Gardeball in Philippsburg teil.
Der 1. Januar stand bei uns wiederum ganz im Zeichen des Neujahrsempfangs im Rathaus. Diesmal nahm für Bgm. Mannherz sein Stellvertreter B. Kneis die Glückwünsche entgegen. Die improvisierte „Gemeinderatssitzung“ des Elferrates unter der Leitung von Präsident v. Sagunski über den Bau der Kultur-und Sporthalle scheint seine Wirkung auf den echten Gemeinderat nicht verfehlt zu haben.
Erstmals wurde auch ein „Ordensfest“ gefeiert. Schon lange suchten wir nach einem Ausweg, um mit der Verleihung des Jahres- und Hausordens sowie der Beförderung der Gardemädels die Sitzung nicht unnötig in die Länge zu ziehen. So wurde am 12. 1. eigens zu diesem Zweck ein Ordensfest mit gemütlichem Beisammensein veranstaltet.
Der große Tag der Reilinger Karnevalisten war jedoch der 3. 2., die Große Prunksitzung in der „Krone“, die wie in jedem Jahr die Menschen nicht fassen konnte. Schon die Eröffnungsnummer erwies sich als guter Griff. Die kleine Judith, die „Mannemer Krott“, riß die Närrinnen und Narren zu Beifallsstürmen hin. Als weitere Programmschlager seien noch das Hensel Quartett, der Ortsbüttel, der Elferratstanz, die zwei Karnickel und die 4 Brados erwähnt. Unsere viel beschäftigte Garde wurde an diesem Abend außer 2 Auftritten in Reilingen noch zu Auftritten bei der KG Walldorf entführt.
1968/69 Auch die Kampagne 1968/69 stellt seine Anforderungen an jeden einzelnen, wie an alle Aktiven des Vereins. Zum erstenmal veranstaltete der Verein vom 14. bis 16. 9. 1968 das Fest der „Käskuche“ im Hofe der Franz-Riegler-Schule. Ein großes Zelt, geschmackvoll dekoriert, erwartete viele, viele Besucher. Und sie kamen. Für die Aktiven, deren Ehefrauen und die übrigen Helfer waren es äußerst anstrengende Tage und Nächte. Eine Woche harter Arbeit vom Zeltaufbau über das Fest bis wieder zum Abbau. Aber es waren zusätzliche Einnahmen, die die Vereinskasse dringend benötigte.
Es war das 7. Jahr des Bestehens. Das verflixte 7. Jahr, könnte man sagen. Wie in jedem Verein gibt es gelegentlich Spannungen. Wenn man sie überwindet, ohne das große Ziel aus den Augen zu verlieren, geht es weiter und weiter aufwärts. So ging man mit neuer Kraft in die Kampagne 1968/69. Der neue Vorsitzende Karl Bauer setzte sich mit aller Kraft für die Belange des Vereins ein. Die Aktiven unterstützten ihn durch rege Mitarbeit.
Nach außen hin gewann der Verein immer mehr an Ansehen , nicht nur im Ort selbst, sondern auch in der näheren und weiteren Umgebung. Petra I. von Glasinien, am 15.11.1968 inthronisiert, regierte mit viel Liebreiz und Elan. Das 2. Fest der „Käskuche“, das Montagabend-Programm beim Dorfgemeinschaftsfest, waren neben den Veranstaltungen der Kampagne die herausragenden Ereignisse dieses Vereinsjahres.
1969/70 In der Kampagne 1969/70 war es uns nach drei hintereinander folgenden Regentinnen nicht gelungen, eine Prinzessin zu finden. Das war bedauerlich, umso mehr, als doch der Karneval-Verein Reilingen in der näheren und weiteren Umgebung einen guten Ruf besitzt und es doch für eine nette junge Dame eine Ehre und eine schöne Erinnerung sein würde, einmal im Mittelpunkt einer solchen Veranstaltung gestanden zu haben. Auch im 8. Jahr seines Bestehens hat der Verein nichts von seiner Aktivität eingebüßt. Die Gestaltung des Montagabend-Programms beim Heimatfest hat dies wieder bewiesen. Obwohl es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, denn neue Ideen lassen sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln, war es doch wieder ein voller Erfolg.
Das Ordensfest am 9. 1. 1970 war eine gut besuchte und gelungene Veranstaltung innerhalb des Vereins. Dabei zeigte es sich, daß Karnevalisten auch sich selbst gut unterhalten können. Erstmals fanden 2 Prunksitzungen mit gleichem Programm an 2 aufeinander folgenden Tagen am 30. und 31. 1. statt, um den zahlreichen Kartewünschen, die über das Fassungsvermögen des Saales hinausgehen, gerecht zu werden. Leider hatte man mit dem Freitagabend keinen guten Griff getan, denn gleichzeitig wurde im ZDF die beliebte Sendung „Mainz bleibt Mainz“ ausgestrahlt. Trotzdem war der Saal gut besetzt und der Sitzungspräsident konnte mit Recht behaupten: „Reilingen bleibt Reilingen“.
1970/71 Auch im Jahr 1970/71 setzte sich die stetige Aufwärtsentwicklung fort. Zum erstenmal veranstaltete der Verein an der „Rentnerbank“ im Wald Richtung Kirrlach ein Waldfest. Bei gutem Wetter und vielleicht auch in Erwartung von etwas Besonderem kamen viele Gäste. Sie wurden nicht enttäuscht und fühlten sich sehr wohl beim Karnevalverein.
Neben der Prunksitzung in Reilingen und sehr vielen Besuchern und Gegenbesuch befreundeter Karnevalvereine war die Fastnacht wieder ein volles Programm.
Hervorzuheben wäre noch, daß die Tanzgarde zum erstenmal am Tanz-Turnier in Kehl teilnahm. Dort errang sie bei scharfer Konkurrenz den 2. Platz.
1971/72 Das Jahr 1971/72 war wieder ein Höhepunkt in der Geschichte des Vereins. Zum erstenmal konnten die Veranstaltungen in der neuen Fritz-Mannherz-Halle abgehalten werden. Der Auftakt war prunkvoll mit der Krönung Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Sybille I. am 12.11.1971. Die Halle war voll besetzt, den Besuchern wurde ein gutes Programm geboten und sie waren sehr zufrieden.
Eine weitere Attraktion hatte der Verein in der neugegründeten Kindergarde. Diese Mädchen mit ihren Tänzen fanden bei den Gästen überaus guten Anklang. Bei einem Turnier der Kinder-Tanzgarden in Karlsruhe am 16.1.1972 errangen die Mädchen den zweiten Platz. Betreut wurden sie von Frau Brigitte Maier und ihrem Mann Rudi Maier. Trainiert hat sie Frau Elisabeth Schwab.
Die Prunksitzung brachte für die Besucher wieder ein erlesenes Programm, das mit viel Beifall aufgenommen wurde. Am Tage danach, am 30.1.1972, führte der Verein dasselbe Programm für die Arbeiterwohlfahrt durch. Bei der Generalversammlung am 14.4.1972 trat wieder ein Vorstandswechsel ein. Werner Hoffmann, der neue 1. Vorsitzende, leitet jetzt den Verein. Die kontinuierliche Aufwärtsentwicklung wird weiter angestrebt. Die Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Aufgaben, die im Jubiläumsjahr auf den Verein zukommen. Das 3. Waldfest am 9. Juli 1972 war, begünstigt vom guten Wetter, wieder ein voller Erfolg. Ebenso ist das Programm am Montag des Dorfgemeinschaftsfestes am 17.7.1972 zur vollen Zufriedenheit der vielen Besucher ausgefallen.
1972/73 Wie seit Jahren beteiligte sich der Verein auch in der Kampagne 1972/73 wieder am Dorfgemeinschaftsfest. Obwohl es immer schwieriger wird, Neues zu bringen, hat man sich große Mühe gegeben und die Besucher am Montag abend aufs Beste unterhalten. Dieser Abend dürfte allen noch in guter Erinnerung sein.
Die Zeit bis zum November, dem Beginn der Fastnachtszeit, blieb nicht ungenutzt. Die Proben der Tanzgarden wurden seit Mai systematisch fortgeführt; denn nur gute Vorbereitung garantiert bekanntlich den Erfolg. Den ersten Lohn seiner planmäßigen Arbeit konnte Siegfried von Sagunski mit seiner Garde „Schwarz-Gold“ beim Tanzturnier in Philippsburg am 4. November 1972 mit einem ersten Platz verbuchen. Am 10. November war es dann in Reilingen soweit. In der geschmackvoll und schön dekorierten Fritz-Mannherz-Halle wurde Renate I. inthronisiert. Damit verbunden war die Einweihung der neuen Vereinsstandarte durch den Vorsitzenden der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine und Vizepräsidenten des Bundes Deutscher Karneval, Herrn Willi Fleischmann, aus Speyer. Eine stattliche Besucherzahl, sowie die Anwesenheit zahlreicher befreundeter Vereine gab diesem festlichen Abend einen bunten Rahmen.
„Feierlich“ wurde es dann am Neujahrstag 1973 im „Pfälzer Hof“. Elferrat mit Prinzessin und Garden machten der Gemeindeverwaltung, die nahezu komplett erschienen war, ihre Aufwartung. Es war eine fröhliche und närrische Zeremonie, bei der alle ihren Spaß hatten. Leider war das Interesse der Bevölkerung an diesem gutgemeinten Spiel gering.
Das jährliche Ordensfest fand am 6. Januar im „Hirsch“ statt. Der Höhepunkt jedoch ist wie immer die Prunksitzung in Reilingen. Vor vollbesetztem Haus rollt ein Programm ab, das die Besucher mitreißt und in Schwung bringt. Der Verein kann sich über die überwiegend gute Kritik selbstverständlich freuen.
Der Rosenmontag war das berühmte Tüpfelchen auf dem „i“. Wieder war die Mannherz-Halle brechend voll und zwei Kapellen sorgten für pausenlose Tanzunterhaltung. Für jeden Geschmack und alle Altersgruppen wurden fröhliche Weisen gespielt und die Gäste unterhielten sich prächtig. Dieser erste große Rosenmontagsball in Reilingen war der krönende Abschluß der Kampagne 72/73.
Am Aschermittwoch kamen die Kleinen der Minigarde im „Feldschlöß‘l“ bei Kaffee und Kuchen zusammen, um auf ihre Weise den Schluß der guten Kampagne zu feiern.
1973/74 Die Kampagne 1973/74 begann mit einem ersten Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Unser Sitzungspräsident Siegfried von Sagunski wurde für sehr große Verdienste im Sinne der Fastnacht mit dem Goldenen Löwen, der höchsten Ehrung der Badisch-Pfälzischen Fastnacht, ausgezeichnet. Am 10. November wurde sie dann mit der Inthronisation der Prinzessin Inge I. offiziell eröffnet. Der Saal war vollbesetzt und bot ein farbenprächtiges Bild. Den Besuchern wurde ein feierlich buntes Programm geboten. Prinzessin Inge hatte auf Anhieb die Sympathie der Gäste gewonnen.
Nach der Nikolausfeier des Vereins am 7. Dezember 1973 fand am 1. Januar der Neujahrsempfang bei der Gemeindeverwaltung im „Pfälzer Hof“ statt. Diese humorvolle Feierstunde, in der die Prinzessin mit Garden und Elferrat mit dem Bürgermeister und den Gemeinderäten das neue Jahr beginnen, hat sich schon gut eingebürgert. Die Bevölkerung scheint jedoch der Meinung zu sein, daß dies nur eine Angelegenheit der Gemeindeverwaltung und des Elferrats wäre. Dem ist nicht so, jedermann der daran interessiert ist, kann dabei sein.
Beim Tanzturnier am 6. Januar in Ludwigshafen konnte die Kindergarde des Vereins unter großer Konkurrenz den 2. Platz belegen. Auch das Tanzmariechen der Garde errang den 2. Platz. Ein großes Fest aller Karnevalisten ist in jedem Jahr das Narrentreffen der Gesellschaft „ Rot-Weiß“ Speyer in der Rheinhalle in Ketsch. Karnevalisten aus nah und fern geben sich hier ein Stelldichein. Man muß dabei sein, nach dem Motto: Sehen und gesehen werden.
Nach dem Besuch der Prunksitzung in Östringen am 26. Januar fand am 2. Februar das größte Ereignis der Kampagne, die Prunksitzung in der Fritz-Mannherz-Halle in Reilingen statt. Wir glauben, daß die vielen Besucher von dem Gebotenen nicht enttäuscht waren. Eine bunte Folge von Tänzen, Büttenreden und gesanglichen Darbietungen, die Aktiven des Vereins mit einer lustigen Turner-Riege, sorgten für gute Unterhaltung und Stimmung im Saal. Sitzungspräsident v. Sagunski fand in gekonnter Weise wieder schnell Kontakt zu seinen Gästen. So reihte sich diese Veranstaltung wieder würdig an die vorhergegangenen an. Die Altensitzung der AWo, die am 3. Februar in Eppelheim stattfand, wurde besucht und das Programm durch einige Auftritte unentgeltlich bereichert.
Am 25. Februar wurde der große Rosenmontags-Ball in der Mannherz-Halle gefeiert. Ein närrisch-bunter und turbulenter Abend, an dem zwei Kapellen mit flotten Weisen für Jung und Alt zum Tanz aufspielten und für ausgezeichnete Stimmung sorgten.
Am Aschermittwoch trafen sich die Aktiven mit ihren Ehefrauen zum traditionellen Heringsessen. Dabei ging es, trotz der anstrengenden Wochen zuvor, doch sehr lustig zu. Die Karnevalisten können nicht nur bei öffentlichen Veranstaltungen ihre Besucher erfreuen, sondern haben auch im internen Kreis gute Einfälle, fröhliche Stunden zu feiern. Damit war die Fasenacht 1973/74 endgültig verabschiedet, jedoch nicht ohne daß schon wieder Pläne für die Fasenacht 1974/75 geschmiedet worden wären.
1974/75 Über die Kampagne 1974/75 ist nur wenig überliefert. Es sind zumindest keine für diese Chronik relevanten Informationen.
1975/76 Aus der Kampagne 1975/76 ist zu berichten, dass sich aus der in der Kampagne 71/72 gegründeten Minigarde eine hervorragende Tanzgarde entwickelt hat, die zu den Besten im gesamten badisch-pfälzischen Karnevalsverband gehört und durch die Erringung eines 3. Deutschen Meisters für Juniorentanzgarden einen krönenden Abschluß der Kampagne 75/76 setzte.
Neben diesem glanzvollen Höhepunkt, seit Bestehen des KVR, hatten wir in diesem Jahr Trauer im Verein. Am 25. Januar 1976 verstarb plötzlich und unerwartet unser Gründungsmitglied, langjähriger Gardeminister und Träger des Goldenen Vlies Rudi Maier. Er war mit Leib und Seele dem karnevalistischen Brauchtum zugetan. Seine Arbeit im Verein wird für uns unvergeßlich bleiben und seine Verdienste sollen uns Ansporn sein in diesem Sinne weiterzuarbeiten. Denn das Leben geht weiter und wird auch weiterhin Forderungen an jeden einzelnen stellen.
1976/77 In der Kampagne 1976/77 wurde erstmals eine Kinderprunksitzung in der Fritz-Mannherz-Halle durchgeführt. Sitzungspräsident ist der 13jährige Richard Powik. Es folgen noch drei. Dann wird die Veranstaltung abgesetzt, da die Kosten den Nutzen übersteigen.
1977/78 Auch in der Kampagne 1977/78 hat der Verein einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften. Am 2.11. stirbt nach längerer Krankheit der Initiator bei der Gründung des Vereins, langjähriger Vorsitzender und Förderer, Wilhelm Eisenmann.
Am 6.11. wird dann das erste Rudi-Maier-Gedächtnisturnier in der Rheintalhalle in Kirrlach durchgeführt. In Reilingen gibt es zu dieser Zeit noch keine geeigneten Räumlichkeiten.
1978/79 In der Kampagne 1978/79 führte unser Kinder- und Jugendelferratspräsident Richard Powik auch bei der 3. Prunksitzung für Kinder und Jugendliche gekonnt und in humorvoller Weise durch das Programm! Und nicht nur das, er stellt auch das Programm selbst zusammen. Gewürzt mit Pointen kamen seine An- und Absagen.
Unsere Garden ertanzen sich immer mehr erfolgreiche Platzierungen auf vielen Turnieren inklusive der Deutschen Meisterschaften.
1979/80 Auch über die Kampagne 1979/80 gibt es nicht viel zu berichten. Ein neuer Stern im Büttenhimmel des KVR ist in dieser Kampagne aufgegangen. Nicole Graf, die Tochter des Ehrensenators Adi Graf, trat erstmals auf die Bühne.
1980/81 In der Kampagne 1980/81 hat der KVR kein Kampagneheft veröffentlicht.
1981/82 Die Kampagne 1981/82 ist davon geprägt, dass unsere erfolgreichste Garde die Juniorengarde war, die bei den 8. Deutschen Meisterschaften in Neuenkirchen/Westfalen den 2. Platz in der Schaudarbietung erreichte.
1982/83 In der Kampagne 1982/83 war dann ein großer Wandel im Verein. Der langjährige Vorsitzende und Sitzungspräsident, Gründungsmitglied und eine besondere Persönlichkeit im KVR übergab sein Amt einem jüngeren Nachfolger. Die Karnevalisten aus nah und fern kennen ihn, er ist schon zu Lebzeiten eine Legende geworden. Hier weiß jeder um welche Persönlichkeit es bei den Käskuchen geht, Werner Hoffmann, 1. Ehrenvorsitzender und Ehrenmitglied des KVR, Mitglied im Ausschuß des Goldenen Löwen.
1983/84 In der Kampagne 1983/84 hat sich einiges getan beim inzwischen 22-jährigen Karnevalverein „Die Käskuche“ Reilingen. So stand das 2 x 11-jährige Jubiläum im Vordergrund. Angefangen hat die Kampagne, wie auch in den Jahren davor mit dem bereits traditionell gewordenen Rudi-Maier-Gedächtnisturnier. Gleichzeitig mit dem Turnier veranstaltete der Tanzturnierausschuß des BDK eine Neujurorenschulung.
Einer der Höhepunkte der Kampagne war zweifelsohne der Krönungsball der Reilinger Jubiläumsprinzessin. 36 befreundete Karnevalvereine entsandten ihre Repräsentanten um unserer Prinzessin Christiane I. ihre Glückwünsche und Geschenke zu überbringen. Beim vereinsinternen Ordensfest, das erstmals im „ Feldschlössel“ stattfand , wurden 3 neue Elferräte in unserer Mitte aufgenommen. Auch konnte in der abgelaufenen Kampagne die Zahl der Ehrensenatoren um einen weiteren, auf insgesamt 9 erhöht werden. Als nächste Veranstaltung stand am 29. Januar unser Festbankett auf dem Terminkalender. Viele unserer befreundeten Vereine liesen es sich nicht nehmen dem KV „ Die Käskuche“ zu seinem Jubiläum zu gratulieren. Auch unsere Große Jubiläumsprunksitzung wurde ein voller Erfolg, was nicht zuletzt auf unsere Kapelle „The Blizzards“ zurückzuführen war. Den Abschluß dieser ereignisreichen Kampagne bildete das Heringsessen, das im Feldschlössel stattfand. Alles in allem ging eine Kampagne über die Bühne mit der wir alle sehr zufrieden sein können.
1984/85 Die Kampagne 1984/85 steht voll und ganz unter dem Zeichen des Jubiläum „700 Jahre Reilingen“. Beim großen Festumzug beteiligt sich der Verein mit einem Wagen „Holzrottstreit“ und einer Fußgruppe „Schlacht bei Waghäusel“.
1985/86 Aus der Kampagne 1985/86 gibt es keine karnevalistischen Besonderheiten zu berichten. Allerdings ist der Tod des Gründungsmitglieds Werner Hoffmann, Ehrenvorsitzender, Mitglied der Ordenskommission „Goldener Löwe“, ein Idol der Reilinger Fasnacht zu bedauern.
Positiv zu erwähnen ist aber, dass das Jugendtanzpaar Patrizia Missere und Sascha Gärtner den 3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften errungen haben.
1986/87 In der Kampagne 1986/87 übernimmt Philipp Gärtner das Amt des 1. Vorsitzenden. Siegfried Heim wird Sitzungspräsident. Und wieder erschüttert ein Todesfall den Verein. Der Tod des Gründungsmitglieds Günter Vogel. Er war Träger des Verdienstordens des BDK in Gold für 25jährige Tätigkeit im Vorstand.
Erneut erringen das Jugendtanzpaar Patrizia Missere und Sascha Gärtner den 3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften.
1987/88 Nach großer Sommerpause steht als letzter Einsatz vor der neuen Kampagne 1987/88 wie in jedem Jahr das Straßenfest auf dem Programm. In unserem gemütlichen Zelt konnte uns auch das regnerische Wetter an diesem Septembersamstag nichts anhaben und unsere Gäste fühlten sich wohl im Kreise der Karnevalisten. Dann wurde es, wie in jedem Jahr um diese Zeit hektisch, vornehmlich in der Verwaltungsarbeit. Das 11. Rudi-Maier-Gedächtnisturnier mußte vorbereitet werden, das zum erstenmal in der Mehrzweckhalle in Reilingen über die Bühne ging. Insgesamt hatten 51 Vereine der näheren und weiteren Umgebung ihre Aktiven zu diesem traditionellen Freundschaftsturnier entsandt.
Gut besucht war auch unser Kampagneeröffnungsball. Zahlreiche Abordnungen befreundeter Vereine feierten mit uns gemeinsam. Dabei wurde 3 Aktiven des KVR Annemarie Grahlert, Silke Schwab und Sabine Meyer das Goldene Vlies für ihre 11jährige Tätigkeit im Verein überreicht.
Den Orden, begehrte Accessoires der Fastnacht, gehört seit langem eine eigene Veranstaltung. Am 16.1. fand diese wieder im Josefshaus statt. Alle Aktiven erhielten im Rahmen einer kleinen Feier, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kam, für ihren Einsatz im Verein den Jahresorden aus der Hand des Sitzungspräsidenten S. Heim. Außerdem erhielten zwei neue Aktive mit entsprechendem Ritual die Würde eines Elferrates.
Dann starteten wir in die närrische Hochsaison mit vielen Verpflichtungen bei befreundeten Vereinen, die der großen Zahl wegen nicht alle genannt werden sollen. Unsere große Prunksitzung in der Mehrzweckhalle gewann in diesem Jahr dadurch an Aktualität, daß erstmals wieder vereinseigene Kräfte bzw. Reilinger auftraten. Gemeint sind S. v. Sagunski, langjähriger Sitzungspräsident, als dichtender Schnellzeichner, Hermann Klebert als Feuerwehrmann und die Dixieland-Band, ein Ableger der Musikkapelle Harmonie. Die rund 600 Zuschauer waren mit dem dargebotenen Programm wie man hörte, sehr zufrieden.
Die letzte Großveranstaltung des Vereins, der Rosenmontagsball, hatte auch in diesem Jahr nichts von seiner Popularität eingebüßt, was nicht zuletzt auf die hervorragend aufspielende Kapelle „Blue Dominos“ zurückzuführen ist. Den Aschermittwoch feierten wir im Narrenstübchen mit allen Aktiven beim traditionellen Heringsessen mit feucht-fröhlicher Geldbeutelwäsche. Trotz vorausgegangener vierwöchiger karnevalistischer Schwerstarbeit war es ein munterer Abschied von der Kampagne 1987/88.
Ein besonderer Abschnitt in diesem Bericht soll den Garden und Einzeltänzern gewidmet sein.
Unser Jugendtanzpaar wurde 2. Badischer Meister und belegte bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe einen beachtlichen 11. Platz, während die neuformierte Minigarde einen 3. Platz bei den Badischen Meisterschaften ertanzte.
Erfolgreich wie immer präsentierte sich die Garde „ Schwarz-Gold“. Mit ihrem hervorragenden Schautanz „Kohlhiesels Töchter“, der später auch bei der Prunksitzung stürmischen Beifall erntete, gewannen die Seniorinnen den Badischen Meistertitel und wurden Sieger im offenen Qualifikationsturnier in Ludwigshafen.
Im Marschtanz erkämpfte sich diese Truppe den Titel eines 3. Bad. Meisters. Den absoluten Höhepunkt in der Karriere der „Schwarz-Goldenen“ bildete die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften in der Berliner Deutschlandhalle. Mit zahlreichen Schlachtenbummlern im Gefolge, bewiesen unsere Mädels ihre wahre Klasse und ertanzten sich unter stärkster Konkurrenz den Titel des deutschen Vizemeisters im Schautanz.
Dann rüstete man sich zur ersten Großveranstaltung, das 12. Rudi-Maier-Gedächtnisturnier, das zum erstenmal in der neuen Sporthalle über die Bühne ging. Zahlreiche Garden aus Baden und der Pfalz kämpften tanzend um den von der Familie Maier gestifteten Wanderpokal. Neben zahlreichen Zuschauern gab sich auch die politische und närrische Prominenz am Rande der Bühne ein Stelldichein, als Bürgermeister Helmut Müller als Schirmherr die Veranstaltung eröffnete.
1988/89 Die Eröffnung der Kampagne 1988/89 war der Krönungsball für die neue Prinzessin Anke I. in der Mehrzweckhalle. Auf rollendem Thron, begleitet vom Fanfarenzug der Rennstadt, zog sie mit imposantem Gefolge in die Halle ein. Eine nicht enden wollende Gratulationscour bewies die Popularität des Karnevalvereins und der Prinzessin.
Das neue Jahr begann im Verein mit zwei nicht alltäglichen Ordensverleihungen: Elisabeth Gärtner und Gerhard Berner erhielten in Speyer für 22jährige aktive Tätigkeit beim Karneval den Verdienstorden der Vereinigung badisch-pfälzischer Karnevalvereine, den goldenen Löwen. Damit hat der KVR acht Träger dieser hohen Auszeichnung in seinen Reihen, von denen leider zwei verstorben sind.
Am 28.1. hob sich dann der Vorhang „der“ Veranstaltung jedes Karnevalvereins. Die Bestrebungen, möglichst ein Programm mit eigenen Kräften zu gestalten, hatten zu einem weiteren Erfolg geführt: Fritz Anselment als Ortsbüttel schwang nach 12 jähriger Pause wieder die Glocke und verkündete „Es wird hiermit bekannt gemacht“. Somit stehen dem Verein mit S. v. Sagunski, der vor 2 Jahren wieder zu den Aktiven gestoßen ist, der Neuentdeckung Hildegard Freidel, dem Alt-Fastnachter Hermann Klebert und dem Nachwuchstalent Richard Powik wieder 4 Büttenredner zur Verfügung, die mehr als ein Anfang auf dem Weg zur Reilinger Sitzung alten Stils sind. Ein Superauftritt der Kirrlacher Spraddlsänger und der „Groiner“ Kurt Wilhelm rundeten das Programm der großen Prunksitzung ab.
Der Rosenmontagsball stand wieder ganz im Zeichen der Kapelle „Blue Dominos“. Fast konnte die Mehrzweckhalle die närrischen Besucher nicht fassen.
Das traditionelle Heringsessen am Aschermittwoch war diesmal im Grünen Baum angesetzt. Fast vollzählig waren alle Aktiven mit ihren Ehefrauen und etlichen Gardemädels erschienen. Auch die Ehrensenatoren mit ihrem Senatspräsidenten Werner Haase labten sich an den reichhaltigen Fischgerichten. Nach obligatorischer Geldbeutelwäsche entwickelte sich zur Freude der Anwesenden ein kleines Programm.
1989/90 In der Kampagne 1989/90 krönten wir am 17.11. unser aktives Gardemädel Christiane Henny zur 20. Reilinger Karnevalsprinzessin. Als Christiane II. von Transmed Logistica schwebte sie aus luftiger Höhe auf die Bühne herab, eine technische Meisterleistung, die man zum ersten Mal in Reilingen zu sehen bekam. 32 auswärtige Vereine wohnten diesem Schauspiel bei.
Das vereinsinterne Ordensfest bescherte allen Aktiven den Jahresorden und den Hausorden der Prinzessin. Diese Veranstaltung bietet auch den Garden erstmals Gelegenheit, ihre neu einstudierten Tänze einem fachkundigen Publikum vorzuführen. Am 3.2. hieß es dann wieder „Bühne frei“ für die große Prunksitzung in der Mehrzweckhalle. Vor fast ausverkauftem Haus rollte ein Programm ab, das kaum Wünsche offen ließ. Als Höhepunkt der Reilinger Fastnacht ist es selbstverständlich, daß alle Anstrengungen unternommen werden, dieser Veranstaltung zum Erfolg zu verhelfen. Als Glücksfall kann man die Tatsache ansehen, daß bereits wieder Dreiviertel des Programms von eigenen Kräften bestritten wird, was nicht nur der Vereinskasse dienlich ist, sondern auch von den Gästen als wohltuend empfunden wird. Hildegard Freidel, Fritz Anselment, Siegfried v. Sagunski, Hermann Klebert und Richard Powik in der Bütt, sowie Garden, Einzeltänzer und das Männerballelt bildeten das Fundament, auf dem Sitzungspräsident S. Heim aufbauen konnte. Als besonderes Glanzlicht dieser Veranstaltung wäre der Besuch der Pfarrer bei der Konfessionen zu nennen die in gewisser Weise, von S. v. Sagunski portraitiert und bedichtet, sogar im Programm mitwirkten. Auch die Haus- und Hofkapelle „Skippies“ soll nicht unerwähnt bleiben; denn auch gekonnte Überleitungen, Untermalungen und Schunkelrunden gehören zu einer gelungenen Sitzung.
Den Schlußpunkt unter den Reigen der öffentlichen Veranstaltungen setzte wie immer der Rosenmontagsball. Die „Blue Dominos“ haben noch immer nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt, was die bis auf den letzten Platz besetzte Mehrzweckhalle bewies. Leider haben die Karnevalisten nicht viel von Jubel, Trubel, Heiterkeit, denn jedermann wird für den Einsatz an den Bars, an der Kasse, als Bedienung und in der Küche gebraucht.
Dafür bietet das Heringsessen am Aschermittwoch endlich Gelegenheit zu gemütlichem Beisammensein unter Vereinsfreunden. Im „Grünen Baum“ hatte Klaus Laier ein fantastisches Aschermittwochsbüfett aufgebaut, das wirklich für jeden etwas bot. Auch das Rahmenprogramm war nach jedermanns Geschmack. S. v. Sagunski und Fritz Anselment nahmen wieder als zeitunglesende Rentner die Veranstaltungen kritisch unter die Lupe, während R. Powik in gereimter Form das Vereinsjahr Revue passieren ließ. Eine tolle Leistung bot Prinzessin Christiane mit einem Gedicht über Ereignisse, die am Rande passierten. Große Heiterkeitserfolge waren vorprogrammiert. Die obligatorische Geldbeutelwäsche beschloß offiziell die Kampagne 1989/90.
1990/91 Die Kampagne 1990/91 war eine kurze Kampagne. Noch nie in der 29jährigen Geschichte des KVR mußten wir von einer solchen Kampagne berichten, die trotz intensiver Vorbereitung auf ihrem Höhepunkt abgebrochen wurde. Das war aber nicht nur das Schicksal des Reilinger Karnevalvereins, sondern auch alle anderen Vereine folgten dem gutgemeinten Ratschlag der Politiker und stellten zum 16.1.91 wegen des Golfkriegs sämtliche öffentlichen Aktivitäten ein.
Am 16.11.90 sollte eigentlich die 21. Reilinger Karnevalsprinzessin gekrönt werden. Doch trotz intensiver Bemühungen gelang es den Verantwortlichen nicht, eine junge Dame zu finden, die an der Spitze des Elferrats den KVR durch die Kampagne geführt hätte. Also benannte man kurzerhand diese Veranstaltung „Kampagneeröffnungsball“. Trotz fehlender Prinzessin kamen 28 Abordnungen befreundeter Vereine.
Das vereinsinterne Ordensfest fand wie gewohnt Anfang Januar im Josefshaus statt. Alle Aktiven nahmen für mehr oder minder großes Engagement den Jahresorden in Empfang.
„Sauer macht lustig“, dachten die Aktiven nach dem traurigen Ende und ließen sich den Fisch und andere Köstlichkeiten anläßlich des Heringsessens beim Ehrensenator Willibald Kilian im Stadtpark Hockenheim schmecken.
1991/92 Einhellige Meinung herrscht bei den Verantwortlichen des Vereins über die Kampagne 1991/92: Sie war seit Jahren eine der erfolgreichsten trotz aller widrigen Umstände, insbesondere des Brandes der Mehrzweckhalle. Niemand konnte in der ruhigen Zeit des Sommers ahnen, daß unserer Gemeinde dieser Schicksalsschlag widerfahren sollte. So ließ man den Sommer bedächtig angehen, man besuchte die Vereine auf den WaIdfesten, betätigte sich sportlich beim Fußballturnier des SC 08, beim Handballturnier des TB Germania und beim Kutschenziehen des Reitervereins. Am 30.8. mußte eine außerordentliche Mitgliederversammlung zwecks Satzungsänderung einberufen werden. Seit diesem Zeitpunkt gilt der Verein als „gemeinnützig“. Auch eine Hochzeit stand in diesem Sommer wieder auf dem Programm. Das Gardemädel Simone Klaus schritt als Simone Dörr durch das Spalier der Aktiven vor der kath. Kirche.
Vom Straßenfest und dem Verpflegungszelt vor der Metzgerei Ehehalt kann auch nur Positives berichtet werden. Das Zelt war durchgehend gut frequentiert, sehr zum Wohle der strapazierten Vereinskasse.
Mitten in die Vorbereitungen zur großen Prunksitzung und zum Ball der Prinzessin platzte dann die Nachricht vom Brand der Mehrzweckhalle. Dank der spontanen Reaktion vom 1. Vors. Ph. Gärtner, dem 2. Vors. W. Eckstein und Präsident R. Powik konnten bereits in wenigen Tagen Hallen in der Umgebung für die Großveranstaltungen angemietet werden. Dafür sei auch an dieser Stelle den Gemeindeverwaltungen von Altlußheim, Neulußheim und der Stadtverwaltung von Waghäusel Dank gesagt. Als erste Veranstaltung der Kampagne ging dann am 9. und 10.11. zwei Tage lang das 15. Rudi-Maier-Gedächtnisturnier, diesmal erstmals als bundesoffenes Qualifikationsturnier, über die Bühne. Dank hervorragender Organisation und tatkräftiger Hilfe der Mitglieder klappte alles reibungslos.
Am 15. 11. konnte in prunkvollem Rahmen die 21. Reilinger Karnevalsprinzessin Yvonne I. aus der Garde Schwarz-Gold in der Festhalle Hockenheim inthronisiert werden. Über 300 Gäste aus 36 Vereinen wohnten dem einmaligen Schauspiel bei, als Yvonne I. im römischen Streitwagen von „Sklaven“ begleitet , in die Halle fuhr.
Die zweite große Veranstaltung im Januar war das vereinsinterne Ordensfest im Josefshaus. Jahresorden, Hausorden der Prinzessin, Urkunden und Ernennungen belohnten die Aktiven für ihr Engagement um die Fastnacht und den Verein. Mit Büttenreden und Gardetänzen „garniert“, war dies ein fröhlicher und unterhaltsamer Abend, bei dem auch ausgiebig das Tanzbein geschwungen werden konnte.
Dann nahte der größte Tag im Leben eines jeden Karnevalvereins: Die große Prunksitzung. Zum ersten mal fand sie außerhalb von Reilingen statt, nämlich in der Rheinfrankenhalle in Altlußheim. Allen skeptischen Prognosen zum Trotz konnte Sitzungspräsident Siegfried Heim über 700 Besucher begrüßen, die vom Dargebotenen begeistert waren. 80 Prozent des Programms konnten wieder von eigenen Kräften bestritten werden, wobei eine weitere „Uraufführung“ ins Programm genommen wurde: Ph. Gärtner, Friedrich Feth und Hermann Klebert als „Kraichbachsänger“. Nach Texten von S. v. Sagunski nahmen sie die dörflichen Begebenheiten aufs Korn und ernteten damit viel Beifall. Fritz Anselment als Ortsbüttel, R. Powik und H. Klebert als Straßenkehrer und Feuerwehrmann, Hildegard Freidel als „Kabelgeschädigte“ und das Elferratsballett sowie die Garden ernteten nicht minder großen Applaus. Absoluter Höhepunkt der Sitzung war der musikalische Auftritt der „Strasser Guard“ aus Oberhausen mit ihren Dudelsackpfeifern. Aber auch die „Spraddlsänger“ aus Kirrlach, die das große Finale gestalteten, kamen nicht ohne Zugabe von der Bühne. Abschließend kann gesagt werden, daß jeder im Saal der Meinung war, auch im „Ausland“ ist der KVR spitze.
Mit dem Heringsessen beim Ehrensenator Klaus Laier im „Grünen Baum“ endete offiziell die überaus erfolgreiche Kampagne. Aber der größte Erfolg, den der Verein, genauer gesagt die Garden jemals errungen haben, sollte noch folgen. Bereits während der Kampagne hatte sich die Juniorengarde mit ihrem Schautanz für die Deutsche Meisterschaft in Essen qualifiziert. Und der lange gehegte Traum wurde endlich wahr! Am 29.3. standen die Mädels auf der Siegertreppe in der Mitte, die Deutsche Meisterschaft war mit 5 Punkten Vorsprung klar errungen!
Mit einer nächtlichen Gratulationscour wurden die Siegreichen mit ihrem Anhang beim Ehrensenator Klaus Laier triumphal empfangen. Selbst Bürgermeister Müller ließ es sich nicht nehmen, seine Glückwünsche persönlich zu überbringen. Am 1. April fand im Pfälzer Hof die offizielle Siegesfeier statt, bei der die Kommunalpolitiker, Vereinsvertreter, Bankdirektoren, der Senat mit Senatspräsident Werner Haase und die Spitzen des bad.-pfälz.-Karnevalsverbandes anwesend waren.
1992/93 Auch in der Kampagne 1992/93 erfordert das jährlich stattfindende Rudi-Maier-Gedächtnisturnier einen gewaltigen Verwaltungsaufwand, der ohne EDV schon lange nicht mehr zu schaffen ist. Angelika Bensemann hatte wieder alle Fäden bei der Planung in der Hand, bis der Großeinsatz in der Rheintalhalle Kirrlach am 7. und 8.11. beginnen konnte.
Glanzvoller Auftakt der Kampagne 1992/93 war trotz fehlender Prinzessin der Eröffnungsball am Freitag dem 13.11. in der Festhalle Hockenheim. Im Beisein von zahlreicher politischer und karnevalistischer Prominenz vollzog sich die Verabschiedung von Prinzessin Yvonne I.
Zum zweiten „Auswärtsspiel“ in Sachen Prunksitzung lud der KVR seine Freunde und Anhänger nach Altlußheim ein. Am 6. Februar ging die große Schau der Kampagne 1992/93 in der Rheinfrankenhalle über die Bühne. Unterstützt vom Elferrat der Brühler Kollerkrotten und der KiKaGe Kirrlach wurde vor prächtiger Dekoration ein wahres karnevalistisches Feuerwerk abgebrannt. Als Raketen stiegen im Programm die Reilinger Straßenkehrer, die Kraichbachsänger, der Ortsbüttel, Dirk Mehrer und Peter Schick in den Narrenhimmel.
Die vor Jahresfrist errungene Meisterschaft der Juniorengarde verhalf den Mädels um die Fastnachtszeit zu einem unvergeßlichen Erlebnis, einem Auftritt im ZDF. Rolf Braun, legendärer Sitzungspräsident aus Mainz, hatte die Meistergarde in seine Sendung „Die Narren sind los“ eingeladen. Viele unvergeßliche Eindrücke hinterließ die Aufzeichnung in einem Wiesbadener Studio und den krönenden Abschluß bildete die Ausstrahlung der Sendung am Fastnachtssonntag.
Mit dem Heringsessen, diesmal bei der Familie Kellner im „Engel“, endeten die karnevalistischen Aktivitäten der Elferräte. Nicht so bei den Gardemädels, hatte sich doch die Juniorengarde durch die Erringung der Deutschen Meisterschaft 1992 automatisch für die Teilnahme an den Deutschen im März 1993 qualifiziert. In Hof/Saale wurde ein Traum Wirklichkeit, die Sensation war perfekt: Zum zweiten Mal in Folge errang die Juniorengarde den Titel eines Deutschen Meisters im Schautanz! Mit 4 Punkten Vorsprung vor dem größten Konkurrenten „Feuerio Mannheim“ war die Meisterschaft zum 2. Mal errungen! Mit einer Riesen-Fete im Lutherhaus ehrte der KVR seine siegreichen Mädels im Kreise zahlreicher Ehrengäste aus der Gemeinde und vom Bad. Pfälz. Karnevalsverband.
1993/94 Aus der Kampagne 1993/94 ist zu berichten: Totaler Reinfall beim Rosenmontagsball wegen Ausfalls der Heizung in der Hardthalle Neulußheim und am 1.9. wird die wieder aufgebaute Fritz-Mannherz-Mehrzweckhalle eingeweiht.
1994/95 Die Kampagne 1994/95 war ein außergewöhnliches Jahr in der Geschichte des KVR, das 33. Jubiläum, das in jeder Hinsicht erfolgreich gestaltet werden konnte. Selten hatten die Veranstaltungen solch große Resonanz bei der Bevölkerung aufzuweisen und die Kritiken bei Mitwirkenden und Gästen waren selten so einstimmig positiv.
Es begann mit der prunkvollen Inthronisation der Jubiläumsprinzessin „Dina I. aus dem Hause Äskulap“ eine Woche nach dem 18. Rudi-Maier-Gedächtnisturnier. Mit einem „zauberhaften“ Gag des Reilinger Magiers UWE präsentierte sie sich am 18. November zum erstenmal dem Publikum. 42 Abordnungen befreundeter Karnevalvereine, Vertreter der Badisch-Pfälzischen Karnevalvereinigung und eine Vielzahl von Honoratioren erwiesen Ihrer Lieblichkeit ihre Referenz.
Herausragender Programmpunkt beim vereinsinternen Ordensfest im Josefshaus war die Ernennung des neuen Senatspräsidenten Richard Dorn. Ernennungs- und Beförderungsurkunden verbunden mit dem Jahresorden und dem Hausorden der Prinzessin an Elferräte und Gardemädels folgten, und das Rahmenprogramm wurde ausschließlich von eigenen Kräften gestaltet.
Als „Volltreffer“ in der dreiunddreißigjährigen Geschichte der Reilinger Prunksitzungen bezeichnete die Presse die „närrische“ Jubiläumsprunksitzung, die zum erstenmal wieder in der neuerbauten Fritz-Mannherz-Halle stattfand. Die Schwetzinger Zeitung schrieb: „So etwas hatte Reilingen in seiner 33jährigen Karnevalsgeschichte noch nicht erlebt, und wer nicht dabei war, wird es fast nicht glauben können: Zwanzig Minuten nach ein Uhr tobten über 800 Besucher in der Mannherzhalle vor Begeisterung. Auf Tischen und Stühlen wurde getanzt, Menschenmassen drängten sich vor der Bühne und überall waren Wunderkerzen und brennende Feuerzeuge zu sehen. Das Programm war vielfältig und abwechslungsreich und bot für jeden Geschmack etwas. Auswärtige und eigene Büttenredner boten ihr Bestes, doch absolute Spitze waren die Auftritte der Seniorengarde aus den Jahren 1965 bis 75 und der Super-Schautanz der Garden, bei denen 35 Mädchen einen Querschnitt durch 11 Jahre Gardeschautanz in Reilingen auf die Bühne brachten.“
Am Rande vermerkt sei auch noch, daß Sitzungspräsident Siegfried von Sagunski nicht nur die ehemalige Garde „Schwarz-Gold“, sondern auch einen kompletten Elferrat aus den Anfängen des KVR auf die Bühne brachte und daß das närrische Publikum erstmals bunt-fröhlich kostümiert an dieser Veranstaltung teilnahm.
Nicht ganz den Erwartungen entsprach der Rosenmontagsball in der Mannherzhalle. Der Vorstand beschloß, für diese Veranstaltung ein neues Konzept zu finden.
Den offiziellen Abschluß der Kampagne bildete wie gewöhnlich das Heringsessen, das in diesem Jahr zu einer Mini-Sitzung mit Bombenstimmung ausartete. Vorträge und Musik, Gesang und Unterhaltung wechselten in ununterbrochener Reihenfolge. Ungeahnte Talente entwickelte Prinzessin Dina I. Was sie aus dem „Nähkästchen“ plauderte, sprich mit den Elferräten auf Veranstaltungen erlebte, war so ganz nach dem Geschmack der Zuhörer.
1995/96 Gewiß gab es nach dem großen Auftritt der Jubiläumsprinzessin Dina I. in der Kampagne 1995/96 keine Nachfolgerin, aber trotzdem wurden alle Veranstaltungen, dank des beispielhaften Einsatzes aller Aktiven und Helfer und auch dank des großen Engagements des neuen 1. Vorsitzenden Bernd Biedermann, der im Mai an die Spitze des Vereins gewählt wurde, wieder von Erfolg gekrönt.
Keine Langeweile gab es beim Eröffnungsball des KVR eine Woche nach dem Rudi-Maier-Gedächtnisturnier in der Mehrzweckhalle. Das Erfolgsgeheimnis lag in der rasch wechselnden Folge von Ehrungen, Ordensverleihungen, Bütten, Gesang und Gardetänzen, die Präsident Werner Haase, dem Tempo angepaßt, flott moderierte. 35 Abordnungen waren zur Verabschiedung der Jubiläumsprinzessin erschienen. Ehrensitzungspräsident Siegfried von Sagunski war es vorbehalten, Dina I. aus ihrem Amt zu entlassen.
Das Ordensfest fand wie gewohnt im Januar im Kreise der Mitglieder im Josefshaus statt.
Ein paar närrische Gäste mehr hatte der Rosenmontagsball in der Mehrzweckhalle verdient, hatte man doch mit den „Flamingos“ eine Top Show- und Tanzkapelle verpflichtet, die den Geschmack des Publikums genau getroffen hatte. So blieb genügend Raum zum Tanzen und die Närrinnen und Narren kamen voll auf ihre Kosten.
„Das war eines der schönsten Heringsessen, das wir je hatten“, war die einhellige Meinung aller Gäste, die sich am Aschermittwoch beim KVR im Pfälzer Hof versammelt hatten, um der Kampagne ade zu sagen. Das nach dem „Grabgesang“ mit Geldbeutelwäsche improvisierte Programm war ein echter Ohrenschmaus. Fast alle Aktiven hatten sich für diesen Abend etwas einfallen lassen. Ob Kraichbachsänger, Ortsbüttel, das Duo Gärtner/Biedermann oder der Präsident persönlich, alle Vorträge waren aktuell und rissen die Mitglieder zu Lachsalven und Beifallsstürmen hin. So klang die Kampagne 1995/96 harmonisch aus.
1996/97 Die Kampagne 1996/97 begann, wie die Schwetzinger Zeitung nach dem fünfstündigen Eröffnungsball mit Inthronisation der 25. Reilinger Karnevalsprinzessin, Michaela II. von Zins und Zinseszins titelte, „Mit Blitz und Donner aus dem Tresor“. Nach einem prinzessinnenlosen Jahr hauten die „Käskuche“ wieder kräftig auf die Pauke mit einer Veranstaltung, die mit allem was Fastnacht zu bieten hat, randvoll gefüllt war.
Ein Ordensregen ging auf die aktiven Narren beim vereinsinternen Ordensfest im Josefshaus nieder. Im fastnachtlich prächtig geschmückten Saal hatte sich die KVR-Familie versammelt, um in fröhlicher Runde mit den Aktiven zu feiern.
Eine rundum gelungene Prunksitzung konnten wir am 1. Februar in unsere Annalen schreiben, obgleich die kurze Fastnachtskampagne mit dem gedrängten Terminkalender der Büttenasse den Programmplaner vor eine schwierige Aufgabe stellte. Dafür wuchsen aber die vereinseigenen Kräfte, ob in der Bütt oder auf der Showbühne förmlich über sich hinaus. Die einhellige Meinung der Sitzungsbesucher war: Die Eigenen waren die Besten. Die obligatorische Ehrenrunde stand diesmal ganz im Zeichen des Abschieds von Helmut Müller als Bürgermeister. Am Steuerrad des Gemeindeschiffes sang er zum letzten Mal zusammen mit seinem Gemeinderat Seemannslieder. Eine zweite Premiere erlebte das vom „Freye Heiner“ getextete Reilinger Käskuchelied und auch die Eigengewächse wie der Ortsbüttel Fritz Anselment, Gabi Biedermann als Frau Schlapp, die Kraichbachsänger Friedrich Feth, Philipp Gärtner und Hermann Klebert sowie das Käskuchekarlsche Karlheinz Elsenbast sorgten für das unverzichtbare Lokalkolorit.
Übereinstimmende Meinung aller Gäste, die sich am Aschermittwoch zum traditionellen Heringsessen, diesmal in der Fritz-Mannherz-Halle, versammelt hatten: Es stand in keiner Hinsicht dem letzten nach, dem das Prädikat „einmalig“ nachgesagt worden war. Nach dem „Leichenschmaus“ in Form eines delikaten Fischbuffets hauchte die Kampagne 1996/97 mit einem zaghaften „Ahoi“ der Elferräte und Ehrensenatoren ihr Leben aus. Das anschließende kleine improvisierte Programm war ein reiner Ohrenschmaus und eine Augenweide für die „Trauergemeinde“.
1997/98 Ein neuer Präsident, eine neue Kapelle, neues Programm und ein neuer Name kennzeichneten den Beginn der Kampagne 1997/98. „Gardepräsentation und Ordensfest“ war der neue Name der Veranstaltung, die als Ordensball in der rückliegenden Zeit erst Anfang Januar stattfand. Auch der Ort war neu. Präsident Karlheinz Elsenbast begrüßte erstmals Ehrengäste und Mitglieder im Bühnendrittel der Mehrzweckhalle.
Eine Woche nach dem glänzenden Auftakt der Kampagne waren die Aktiven und Helfer wieder für die erste Großveranstaltung, das 21. Rudi-Maier-Gedächtnisturnier, zwei volle Tage und mehr im Einsatz.
„Überall im Badner Land, das Rathaus ist in Narrenhand“ verkündete der Jahresorden. Getreu diesem Motto versammelten sich zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins zahlreiche Elferräte, Ehrensenatoren und der neue Damenelferrat unter der Führung Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Michaela II. am 11.11. pünktlich um 11.11 Uhr im Rathaus, um mit der Schlüsselübergabe die Kampagne offiziell zu beginnen. „Kaum im Amt werden Sie schon wieder Ihres Amtes enthoben“ meinte der Präsident, und ohne große Umschweife übergab der Bürgermeister Walter Klein den Gemeindetresor, der aber, O Schreck, keine Moneten, sondern eine Zwiebel enthielt. Den Fastnachtern kamen die Tränen ....
Mit einer vierstündigen Top-Show zu Ehren der scheidenden Prinzessin Michaela und Inthronisation der neuen Prinzessin wartete der Karnevalverein schon drei Tage später in der Mehrzweckhalle auf. Nach einem fetzigen Auftritt der Guggemusik „Knöllcher“ nahm das närrische Publikum, an der Spitze Bürgermeister Walter Klein und der Bezirksvorsitzende Nordbaden der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine Rüdiger Klein, Abschied von ihrer außergewöhnlich erfolgreichen Lieblichkeit. Mit Donnergetöse, von Rauch und Nebel umhüllt, entstieg „Tanja I. von Feuer und Flamme“ einem „brennenden“ Haus, eine Anspielung auf die Zugehörigkeit Ihrer Lieblichkeit zur freiwilligen Feuerwehr. Mit einer zünftigen Konfettitaufe wurde der neu gegründete Damenelferrat unter Präsidentin Gabi Biedermann feierlich in sein Amt eingeführt.
„Närrisches Feuerwerk der Spitzenklasse gezündet. Scharfzüngige Bütten und mitreißende Show-Auftritte verwandelten die Halle in einen karnevalistischen Hexenkessel.“ So titelte die Schwetzinger Zeitung nach dem großen Ereignis der Großen Närrischen Prunksitzung. Alle Reilinger Asse stachen an diesem Abend auf der riesigen Bühne in der Mehrzweckhalle.
Mit unserem neu gestalteten Elferratswagen waren wir bei den Umzügen in Kronau, Hockenheim und Schwetzingen präsent. Mit Prinzessin Tanja I. im Cabrio an der Spitze wurde das prächtige Gefährt mit seiner Besatzung unter Präsident Karlheinz Elsenbast vom närrischen Publikum überall jubelnd begrüßt. Auch der Bonbonregen, mit dem die Zuschauer förmlich überschüttet wurden, tat ein übriges, den guten Ruf des KVR zu festigen.
Was beim Heringsessen im Bühnendrittel der Mannherz-Halle ablief, war wirklich bühnenreif. Es begann mit einem Geburtstagsständchen für den Präsidenten. Nach Groiner-Manier mit Taschentuch ließ er anschließend die Kampagne noch einmal, mit Kommentaren versehen, Revue passieren. Derweil wurde schon eifrig nach dem Fischbuffet geschielt, denn der Hunger auf Saures ließ sich nicht mehr lange unterdrücken.
Nach dem deftigen Mahl konnte Bürgermeister Walter Klein seinen Gemeindetresor wieder in Empfang nehmen, den er am 11.11. freiwillig herausgegeben hatte. Mit der obligatorischen Geldbeutelwäsche zur Einleitung ging es Schlag auf Schlag im improvisierten Programm.
1998/99 Auch in der Kampagne 1998/99 fand ein fröhlicher Empfang im Rathaus am 11.11. um 11 Uhr 11 statt. Mit großem Gefolge übernahm Prinzessin Tanja I. von Feuer und Flamme den Rathausschlüssel.
Als neue Prinzessin wurde Nadine I. von Mark und Euro inthronisiert. Sie erscheint diesmal aus einem überdimensionalen Euro.
„Es ist schon etwas Besonderes, wenn es in der heutigen Zeit einem Karnevalverein gelingt, ein Programm von 22 unterschiedlichen Auftritten mit 17 eigenen Kräften und Gruppen zu gestalten.“ So schrieb die Hockenheimer Tageszeitung über die Prunksitzung 1999 in Reilingen. Und in der Tat, der KVR hatte alles Altbewährte aufgeboten und einige Neulinge dazu, die ihre Bewährungsprobe glänzend bestanden. Damit waren gemeint die „Kerweborscht“ des Männergesangvereins mit Toni Kellner als Texter und „Leadsänger“, die vierzehnjährige Silke und ihre elfjährige Schwester Laura Biedermann als TV Junkies, die Tanzkrümel mit Trainerin Isabell Czech, das Kindertanzpaar Darija Balatzki und Lukas Müller, und last but noch least das Reilinger Dreigestirn mit Bürgermeister Walter Klein, Friedrich Feth und Rüdiger Büchner. Als alte Hasen präsentierten sich in Bestform Gaby Biedermann als Frau Schlapp, Präsident Karlheinz Elsenbast als „Karlsche“, Hermann Klebert als der „ewige Pechvogel“, die Kraichbachsänger mit Philipp Gärtner, Friedrich Feth, Hermann Klebert und Zeichner S. v. Sagunski, das Männerballett, das in diesem Jahr von der Trainerin Elisabeth Gärtner auf „Bienenschwarm“ getrimmt worden war, sowie alle Garden und Tanzmariechen. Zum letzten Mal mit Fahrrad und Schell stand der „älteste“ Aktive Fritz Anselment als Ortsbüttel auf der KVR Bühne. Er wurde standesgemäß mit Sternfeuer und Riesenapplaus vom begeisterten Publikum verabschiedet.
1999/2000 Auch die Kampagne 1999/2000 begann mit einem Paukenschlag. Die Sonne brachte die neue Prinzessin Isabell I. von Pädagogien 2000 an den Tag. Und die Prunksitzung wurde zu einem idealen Start in das neue Jahrtausend. Nach der etwas turbulenten Prunksitzung im vergangenen Jahr stimmte in den Fritz-Mannherz-Hallen am Samstagabend einfach alles: Programm, Publikum und Atmosphäre. Ein an Höhepunkten reiches Programm begeisterte das gutgelaunte, fast 1000köpfige Publikum. Kein Wunder also, dass Sitzungspräsident Karlheinz Elsenbast und der unverwüstliche Siegfried von Sagunski als „graue Eminenz“ des KVR strahlend die Glückwünsche vieler Sitzungsbesucher entgegennehmen konnten. Und auch Ihre Lieblichkeit Isabell I. von Pädagogien 2000 wischte immer wieder einige Freudentränen aus ihren Augen. Sie hatte auch wirklich allen Grund dazu, denn was den Besuchern der Prunksitzung während des fast sechsstündigen Programms geboten wurde, wird in dieser Zusammensetzung wohl kaum mehr möglich sein und damit in die Geschichte der Reilinger Fasnacht eingehen. Und welch guten Ruf diese hat, bewies der überraschende Besuch des Prinzenpaares der Stadt Mannheim und der Kurpfalz, Bianca I. und Rene I., in der Mannherz-Halle.
2000/01 In der Kampagne 2000/01 regierte Patricia I. aus Eis und Schnee die Narrenschar. Außerdem brachte sie eine neu gestaltete Prunksitzung. Mit einem neu erstandenen Männerballett, einem neuen Ortsbüttel und anderen Highlights aus der badisch-pfälzischen Fastnacht war man das Wagnis eingegangen, dem Publikum eine etwas andere Prunksitzung als gewohnt anzubieten. Als nach über fünfstündiger Narretei Sitzungspräsident Karlheinz Elsenbast zum großen Finale rief, machten die strahlenden Gesichter auf der Bühne deutlich, dass die Entscheidung goldrichtig war. Begeistert - und vor allem aufmerksam wie selten in den vergangenen Jahren - hatte das närrische Auditorium das Programmangebot angenommen.
Dass der KVR außer seinem „Karlsche“, dem Männerballett und dem Ortsbüttel dank seiner erfolgreichen Jugendarbeit noch viele Trumpfkarten im Ärmel hat, bewiesen die Auftritte der Garden und Showtanzgruppen, der Tanzmariechen und dem Jugendtanzpaar Lukas Müller/Darija Balatzki.
2001/02 Auf der Inthronisationsfeier wird in der Kampagne 2001/02 Liane I. von Spagatien inthronisiert. Sie erscheint in einem Funkenregen aus dem Dunkel.
Für die Prunksitzung überschrieb die Schwetzinger Zeitung den Bericht unseres Lokalreporters Otmar A. Geiger mit „Viel Witz, Kokolores, Lokalkolorit und erstklassige Musikelemente“. „Mit einer Prunksitzung, die zum Besten gehört, was die Region in der letzten Zeit auf diesem Gebiet erlebte, katapultierte sich der Karnevalverein ‚Die Käskuche‘ zurück ins Oberhaus von Prinz Jokus.“ Mit dem bereits zur Tradition gewordenen Büttenauftritt von Bürgermeister Walter Klein, Ehrensenator beim KV Reilingen, begann eine Sitzung, die nach fünfstündigem Genießen mit dem fantastischen Männerballett, das sich in diesem Jahr „fit für die Nacht“ machte, abschloss. Dazwischen Büttenasse wie „de Molly“ aus Kaiserslautern, das „Chaotenduo“ aus Schwetzingen, „Horst und Horst“ aus Mannheim mit einer Doppelbütt und nicht zu vergessen, der immer wieder gewünschte Musikprofessor Werner Beidinger, trumpften auf, dass in der Fritz-Mannherz-Halle die Wände wackelten. In Hochform waren auch die Reilinger Eigengewächse präsent wie der Ortsbüttel Peter Geng, der die Geschehnisse „hinter den Kulissen“ aufspießte, das „Karlsche“, alias Präsident Karlheinz Elsenbast, dessen „Hallo Halle, Hallo Kalle“ sich wie ein roter Faden durch die Sitzung zog, die Showtanzgruppe von Elisabeth Gärtner mit dem badischen Meistertanz „Police Academy“, den einmaligen Garden, Tanzmariechen und dem Jugendtanzpaar. Für die wichtigen Musikelemente zeichneten die „Original Dorlacher Clownkapelle“, die Hauskapelle „Starlight“ und die Guggemusik „Eppler Samba Hase“ verantwortlich. „Fasnacht in Reilingen ist nach wie vor ‚in‘ und die Prunksitzung Kult,“ schloss der ganzseitige Bericht vom Montag, den 4. Februar 2002 in der Schwetzinger Zeitung .
2002/03 Auch in der Kampagne 2002/03 gestaltete sich der Rathaussturm am 11. im 11. pünktlich um 11.11 Uhr kurz und schmerzlos. Der Übermacht des Elferrats mit der noch amtierenden Prinzessin Liane I. hatte Bürgermeister Walter Klein nichts entgegen zu setzen. Nach der freiwilligen Schlüsselübergabe ging man bei einem Gläschen Sekt zum gemütlichen Teil über.
Wie so oft war es etwas Besonderes, die Inthronisation der Prinzessin, verbunden mit dem Ordensfest bei den Reilinger Käskuche. Rund 50 Abordnungen machten „Melanie I. aus Disneyland“ ihre Aufwartung. Aufnahmen in den Elferrat und den Ehrensenat sowie die Verleihung des „Goldenen Vlies“ und des Verdienstordens der Vereinigung machten aus dieser rauschenden Ballnacht auch für die Fasnachter ein Erlebnis besonderer Art.
„Bei der Käskuche-Prunksitzung schwebt man auf Faschingswolke sieben“ lautete der Titel zum Bericht in der Schwetzinger Zeitung. Prunksitzung beim KVR, das bedeutet echte Kurpfälzer Fasnacht mit urigem Humor und fröhlicher Ausgelassenheit. Die vielen kostümierten Gäste setzten schon optische Blickpunkte und als der Ehrensitzungspräsident Siegfried von Sagunski die Gäste begrüßte und zum Einmarsch aufrief, da zeigte sich sehr schnell, dass Reilingen wirklich eine närrische Hochburg ist.
Wohl dem Karnevalverein, der einen Sitzungspräsidenten hat, der selbst mit einer musikalisch flotten Show bei seinem Verein dafür sorgt, dass es keinen mehr auf den Sitzen hält. So traf Karlheinz Elsenbast, genannt „Karlsche“, wieder einmal voll ins Schwarze. Im übrigen war von allem für jeden etwas dabei. Der Reilinger Ortsbüttel und das Chaotenduo, Peter Schick und „de Molly“, die Travestieschau der Spitzenklasse, präsentiert vom Präsidenten der Pirmasenser Karnevalsgesellschaft, Uwe Hauser, das Männerballett des KVR, das Ettlinger Wasentrio und die Waldbrunner Froschteichsänger. Beim großen Finale packte man noch gewissermaßen alles unter einen Hut. Die Guggemusik aus Büchenau, die „Basselschorra“ sorgten dafür, dass die Prunksitzung einen letzten Höhepunkt erreichte und zu einem weiteren Markstein in der 42jährigen Geschichte des Vereins wurde.
Mit einem letzten dreifachen „Käskuche Ahoi“ beendeten wir die Kampagne 2002/03. Aber zuvor gab’s allerlei Überraschungen. Schlüsselübergabe an den Bürgermeister, ein deftiges Fischbüffet und die Geldbeutelwäsche sind natürlich fester Bestandteil des Abschieds von der Kampagne. Was es danach zu sehen und zu hören gab, war schon bühnenreif.
2003/04 Pünktlich auf die Minute am 11.11. in der Kampagne 2003/04 um 11 Uhr 11 schallten die ersten Ahoi-Rufe der Kampagne durchs Rathaus und der Bürgermeister legte derweil den Rathausschlüssel zur freiwilligen Übergabe in seinem Amtszimmer bereit. Angeführt von der noch amtierenden Prinzessin Melanie I. versammelte sich die närrische Streitmacht im „Allerheiligsten“. Gereimtes hinüber und herüber mündeten in die Verhaftung des Ortsoberhauptes durch die „Police Academy“ wegen böswilliger Vortäuschung leerer Kassen. „Ab in den Kerker, sperrt ihn oi, darauf drei donnernde ‘Käskuche Ahoi’“, reimte der Präsident und die Handschellen schnappten zu. Leider hatte man vergessen, den Rathausschlüssel zu übernehmen. So musste man den Bürgermeister zur feierlichen Handlung wieder „entfesseln“.
Immer wieder denkt man, das Programm der letzten Inthronisation nicht mehr übertreffen zu können. Und dennoch ist es gelungen. Elf Ex-Prinzessinnen, über fünfzig Vereine und zahlreiche VIP‘s wohnten der prunkvollen und farbenfrohen Inthronisation des ersten Prinzenpaares in Reilingen bei. Ein Rahmenprogramm, das keine Wünsche offen ließ, begeisterte die proppenvolle Mehrzweckhalle. Das Traumpaar Christine I. von Touristika und Gerhard I. von Transportanien als Mittelpunkt waren in der Tat ein Glücksfall für den Verein.
Ein imposantes fröhlich-buntes Bild bot die närrische Heerschar beim Einzug auf die Bühne der Mehrzweckhalle zur 42. Prunksitzung der Reilinger „Käskuche“. Das volle Haus machte von Anfang an begeistert mit, denn die Reilinger Narren boten ein schwungvolles, vielseitiges Programm, das zum achten Mal in Folge vom Präsidenten Karlheinz Elsenbast profimäßig zusammen gestellt worden war. Mitten im Geschehen dabei, zum 40. Jubiläum des Ehrensenats, das allererste Prinzenpaar in der Reilinger Karnevalshistorie, Christine I. von Touristika und Prinz Gerhard I. von Transportanien.
Wer glaubte, die Karnevalisten können nur andere unterhalten, der wurde am Aschermittwoch eins Besseren belehrt. Ein zweistündiges, selbstgestricktes Programm ging über die Bühne der Mehrzweckhalle, das sich sehen lassen konnte. Tanz, Gesang und Kokolores kam bestens an und gipfelte in standing ovations der zahlreichen Gäste. Präsident Karlheinz Elsenbast, der am gleichen Tag seinen 53. Geburtstag feierte, war begeistert ob des Einfallsreichtums seiner Aktiven.
2004/05 Auch in der Kampagne 2004/05 gestaltete sich der Sturm aufs Rathaus am 11.11. kurz und schmerzlos. Um den Rathausschlüssel symbolisch in Empfang zu nehmen, wurde in großem Rund im Amtszimmer des Bürgermeisters Aufstellung genommen. Doch vorher übergab Walter Klein freiwillig den Gemeindetresor mit der Kohle. Nach dem Öffnen war der Gag perfekt, es lag für jeden Elferrat ein richtiges Stück Kohle darin.
Abschied nehmen hieß es einen Tag später für das Prinzenpaar Christine und Gerhard. Alle Redner waren voll des Lobes über die Amtszeit des ersten Reilinger Prinzenpaares. Ein gesungener Abschiedsgruß des Präsidenten machte beiden den Abschied nicht leichter. Mit letzter Power durch das Fanfarencorps legten beide Mantel und Zepter zurück in seine Hände.
Lautstarke Zweikämpfe der Ritter leiteten die Inthronisation der neuen Prinzessin ein. Im Hintergrund der Bühne rasselte die Zugbrücke einer Burg herunter und im Fanfarengeschmetter und Konfettiregen stand sie da im Scheinwerferlicht: Angela I. von der Raubritterburg.
„Alles was eine gute Prunksitzung braucht - und mehr“ lautete der Titel über dem Bericht in der Schwetzinger Zeitung und war untertitelt mit „Reife Tanzleistungen und Bütten - die Käskuche trafen einmal mehr den Geschmack des Publikums“. Ob Ortsbüttel, Karlsche und Chaotenduo, Rolli Müller als Öko-Metzger, die Froschteichsänger oder Markus Weber als Fräulein Baumann, der Seniorenschautanz und das Männerballett, sie alle trugen bis kurz vor Mitternacht zu einem kurzweiligen, temperamentvollen Programm bei.
Zum fröhlichen Finale hatten sich am Aschermittwoch alle Aktiven mit Anhang in der Fritz-Mannherz-Halle eingefunden. Präsident Karlheinz Elsenbast und Prinzessin Angela waren in Hochform und ließen jeweils aus ihrer Sicht, mit bemerkenswerten Ereignissen und Pannen, humorvoll die Kampagne Revue passieren. Mit der traditionellen Geldbeutelwäsche an der genau 33 Aktive und Ehrensenatoren teilnahmen, endete die superkurze Kampagne.
In dieser Kampagne wurde das Jugendtanzpaar Darija Balatzki und Lukas Müller bei den Deutschen Meisterschaften in Münster Vizemeister. Sie wurden trainiert von unserer unvergessenen Trainerin Sieglinde Naber.
2005/06 Der Sturm aufs Rathaus in der Kampagne 2005/06 gestaltete sich sehr fröhlich. Vor der Schlüsselübergabe gab es viel Lob für den rührigen Bürgermeister als Schirmherrn für die Jubiläumskampagne. Dieser erinnerte die Fasnachter an sein Programm, das nun Sache des Elferrates sei, es abzuarbeiten. Aber statt Geld zum Regieren kam das dicke Ende. „Ohne Moos nix los“, mit diesen Worten holte das Ortsoberhaupt einen Karton mit echtem Moos aus dem Tresor, aus dem sich die Karnevalisten nach Herzenslust bedienen konnten.
Natürlich erwartete man etwas Einmaliges, Besonderes von der Inthronisation im Jubeljahr. Und die Gäste wurden nicht enttäuscht. Eine Überraschung besonderer Art bildete den Grundpfeiler für einen Fasnachtsabend der Extraklasse. Eine Profi-Super-Licht-Show mit passender Musik leitete nach furiosem Auftakt durch den Fanfarenzug Rust die mit Spannung erwartete Inthronisation ein. Als sich der scharlachrote Vorhang beim letzten Ton hebt, ist die Überraschung perfekt. Vor nachtblauem Hintergrund mit blinkenden Lichtern und goldener Krone verziert, sitzen in lockerer Runde 14 Prinzessinnen aus früheren Jahren in festlicher Robe. Über der Bühne gibt ein fallendes Tuch das Motto frei: „KVR 4x11, wir sind dabei. Die Exprinzessinnen“.
Kurzweilige Unterhaltung und ein gut gelauntes Publikum ließen die Prunksitzung im 44. Jahr unseres Bestehens zu einem besonderen Ereignis werden. Die närrische Veranstaltung in der voll besetzten, herrlich dekorierten Fritz-Mannherz-Mehrzweckhalle bewies einmal mehr, warum Reilingen bereits seit vielen Jahren als Karnevalshochburg an der Schnittstelle der kurpfälzischen Fasnacht und dem ausgelassenen Fasching im Bruhrain gilt. Präsident Karlheinz Elsenbast war es besonders gut gelungen, ein Programm auf die Beine zu stellen, das alles bot, was zu einer flott inszenierten Prunksitzung gehört: Mitreißende Tanznummern, Büttenreden und viel Musik. Von Beginn an mit dem Fanfarenzug Rust über den Musikprofessor Werner Beidinger, Peter Schick, Siggi Naber und Elsbeth Steidl als Brummer und Spreißel, der dienstältesten Ehrenjungfrau in Baden, Dr. Markus Weber, dem Ortsbüttel Peter Geng, den Froschteichsängern, Stimmungssänger Karlsche, allen Garden, Tanzmariechen und Tanzprofis Tompkins/Voigt bis zum Höhepunkt des Abends, der Tanzrevue der Garde Schwarz-Gold zusammen mit Exprinzessinnen und dem Männerballett waren alle begeistert ob dieser überaus gelungenen Rückbesinnung auf Erfolge früherer Zeiten.
Auch in diesem Jahr amüsierten sich die aktiven Fasnachter beim Heringsessen am Aschermittwoch in der Fritz-Mannherz-Halle. Nach der Begrüßung der Gäste durch den mit einer Kette aus Bildern der Prinzessinnen geschmückten Präsidenten Karlheinz Elsenbast, labte man sich an dem vortrefflichen Fischbuffet. Danach präsentierte in Reimen der Präsident sein Resümee auf die vergangene Kampagne. Mit der Rückgabe des Rathausschlüssels an den Bürgermeister, begleitet von einem letzten traurigen Ahoi, war die Kampagne endgültig passé. Mit Liedern, „die bei der Prunksitzung nicht gesungen wurden“, brachte der Präsident dann im Handumdrehen Stimmung in den Saal. Nun wurde es lebendig auf der Bühne. Nach der Geldbeutelwäsche startete die jedes Jahr sehnsüchtig erwartete Schau der „Amateure“. 13 Prinzessinnen (eine war durch Unfall verhindert) ließen ihre Eindrücke von der vergangenen Kampagne in Reimen Revue passieren, was die Zuhörer zu wahren Beifallsstürmen hinriss.
2006/07 In der Kampagne 2006/07 konnten wir zum 30. Mal im November zu unserem weithin bekannten und beliebten Gardetanzturnier einladen. Unter den zahlreichen Ehrengästen konnte Präsident Karlheinz Elsenbast auch den Bezirksvorsitzenden Mittelbaden, Thomas G. Schwab, den Bezirksvorsitzenden Vorderpfalz, Hans Müller, sowie den Bezirksvorsitzenden Nordbaden, Rüdiger Klein, begrüßen.
Der Slogan der Gemeindeverwaltung „Ihr Rathaus - aufgeschlossen und offen“ war am 11.11. wörtlich zu nehmen. Trotz Samstagsruhe und einem nicht ganz ernst zu nehmenden Hinweisschild am Eingang „Das Rathaus ist wegen Reichtums geschlossen. Betteln und Hausieren verboten!“, gab es für die Karnevalisten eine Ausnahme, denn ihnen gehört nun mal der Elfte im Elften. Pünktlich auf die Minute ergoss sich um 11 Uhr 11 die Reilinger Streitmacht aus Elferräten und -rätinnen, einigen Ehrensenatoren und 10 reaktivierten Exprinzessinnen über die leeren Flure in den Bürgersaal, wo sich schon Bürgermeister Walter Klein mit seiner Ehefrau, seiner Sekretärin (in den Farben des Karnevalvereins gekleidet) und einige Zuschauer eingefunden hatten. Präsident Karlheinz Elsenbast hatte, wie gewohnt, seine Begrüßung in Reime gefasst, in denen er die „Kultur“ des Bürgermeisters lobte, weil dieser unlängst ein Konzert der in Reilingen bestens bekannten und beliebten „Dubbeglasbrieder“ in der Pfalz besucht hatte. „Eins nur und das ist bestimmt kein Spaß, zur Kultur fehlt dir leider das Trinken aus dem richtigen Dubbeglas“. Damit überreichte er dem Bürgermeister ein mit Konfetti gefülltes Weinglas aus der Pfalz. Und mit der Ankündigung „zehn Mal wirst du jetzt geküsst, damit du diesen Tag nie mehr vergisst“, erhoben sich alle Lieblichkeiten von ihren Plätzen an den Ratstischen.
Wieder war es gelungen, nach dem großen Wurf im Jubiläumsjahr, in dem 14 Exprinzessinnen noch einmal die Regentschaft übernahmen, mit einer Überraschung ersten Ranges aufzuwarten. Die große Show dazu leitete die Krümelgarde mit einem allerliebsten Tanz ein. Dann stieg die Spannung in der Halle, denn noch einmal rief Präsident Karlheinz Elsenbast die bereits verabschiedeten Prinzessinnen auf die Bühne und erklärte dem staunenden Publikum, dass sie einen Nachfolger „backen“ sollten. Der Vorhang gab einen stilechten Backofen frei und die Damen schütteten aus silbern glänzenden Kartons ihre Zutaten in eine riesige Schüssel. Witz, Schönheit, Humor und andere Zutaten wurden verrührt und der Teig in den Backofen geschoben. Rauchschwaden zogen aus dem Ofenloch, nach den Klängen des „Pfälzer Narrenmarsches“ öffnete sich die Tür und heraus traten, o Wunder, ein Prinz, ein Bauer und eine Jungfrau in Kostümen aus der Zeit als Reilingen noch Villa Reitling hieß. Ein fallendes Tuch gab die Namen der neuen Regenten frei: 1. Dreigestirn vom Hohen Rat zu Villa Reitling“. Die Überraschung war wieder einmal gelungen. Dann lief ein Programm ab, das keine Wünsche offen ließ.
Ein Lob soll an dieser Stelle einmal ausgesprochen werden, ein Lob an unseren Präsidenten und Sitzungspräsidenten Karlheinz Elsenbast, der es immer wieder versteht, alles aufzubieten was zu einer richtigen Prunksitzung gehört. Gerade in der vergangenen Kampagne, nach dem großen 44jährigen Jubiläum, hat er es fertig gebracht, eine Sitzung auf die Beine zu stellen, die in keiner Weise der Jubiläumssitzung nachstand. Mitreißende Tänze, Büttenreden und viel Musik gehörten einmal mehr zu einer flott inszenierten Veranstaltung, in der er selbst wiederum nicht nur als Sitzungspräsident, sondern auch als Stimmungssänger „Karlsche“ glänzte. Übrigens geht unser Karlheinz in diesem Jahr in die elfte Kampagne als Sitzungspräsident bei den „Käskuche“. Mit den Froschteichsängern kam gleich zu Beginn die richtige Stimmung in die Halle. Großen Erfolg konnte die „Tolle Dolle“ aus Frankfurt bei ihrem ersten Auftritt in Reilingen verbuchen, während Oliver Sauer als „de Molly“, Stammgast bei den „Käskuche“, durch sein unerschöpfliches Repertoire an Pointen wieder zu einem Highlight im Programm wurde. Dr. Markus Weber als Fräulein Baumann strapazierte die Lachmuskeln mit haarsträubenden Männergeschichten, während sich Ottmar Kissel aus Nieder Olm als Ottilie mit vielen „Fiderallala“ über die Runden rettete. Ortsbüttel Peter Geng hatte sich wieder seine hintergründigen Gedanken gemacht über das Geschehen im Dorf und über das erste Dreigestirn. Helle Begeisterung herrschte in der Halle beim Auftritt der „Dubbeglasbrieder“ aus der Pfalz, der zweifellos zu den Höhepunkten des Abends zählte.
Wie gewohnt, war das Bühnendrittel in der Mehrzweckhalle Schauplatz des Abschieds von der Karnevalskampagne. Als Vertreterin der Gemeinde konnte Präsident Karlheinz Elsenbast in diesem Jahr Sabine Petzold begrüßen, die in Vertretung des Bürgermeisters den Rathausschlüssel wieder in ihre Gewalt nahm. Besonders gespannt war man auf die Abschlussrede des Präsidenten, der wiederum alle Veranstaltungen unter die Lupe nahm.
2007/08 Vor imposanter Kulisse von über hundert bunten Fasnachtern schlug die letzte Stunde des ersten „Dreigestirns vom Hohen Rat zu Villa Reitling“. Aus Prinz, Jungfrau und Bauer, welche durch die letzte Kampagne geführt hatten, wurden nach dem Ablegen der Kostüme und Insignien wieder normale Elferräte. Den Höhepunkt des Abends, die Inthronisation der neuen Prinzessin, leiteten kämpfende Yedi Ritter ein. Schwarze Gestalten mit lila Leuchtstäben huschten über die Bühne und unter „galaktischer“ Musik, in Nebelschwaden gehüllt, trat sie aus dem „Raumschiff“, Verena I. von der närrischen Galaxy, die Prinzessin der Kampagne 2007/08.
Die 46. Prunksitzung der Reilinger Narren ließ es wieder so richtig krachen. In der kürzesten Kampagne unserer Zeit wurde weniger geredet dafür aber gab es action pur. Überhaupt zogen sich beinwerfende Gardetänze wie ein roter Faden durchs Programm. Immerhin nennen die “Käskuche” vier Formationen ihr eigen. Erst vier Wochen vorher mit dem Tanzen begonnen, beeindruckte Jugendtanzmariechen Selina Schuler mit grazilen Bewegungen und artistischen Einlagen. Rot wie immer war das Outfit mit dem der Präsident als Stimmungssänger dem Publikum einheizte, bevor die Schautanzgruppe jeden davon überzeugte, dass aller guten Dinge drei sind. Als Highlight des Abends trumpfte wiederum das Männerballett auf. Nana Muskouri, Tina Turner und sogar der King of Rock ‘n‘ Roll „persönlich“ sprachen für sich. Froschteichsänger und Dubbeglasbrieder sorgten einmal mehr für ausgelassene Fasnachtsstimmung.
Erstmals feierten die Reilinger „Käskuche“ ihr Aschermittwochsheringsessen in der „Kurpfalzstube“ mit einem vorzüglichen Fischbuffet. Eigentlich war es ein Aschermittwoch wie alle anderen. Rede des Präsidenten mit Rückblick auf die Kampagne, Rede der Prinzessin, Schlüsselübergabe und Geldbeutelwäsche. Eine überraschende Ansprache des ersten Vorsitzenden jedoch malte schon düstere Wolken an den sonst blauen Fasnachtshimmel. Als Bestätigung nahm Präsident Karlheinz Elsenbast noch einmal das Mikrofon, um der schweigenden Versammlung mitzuteilen, dass er das orange Ornat des KVR am Tage der Hauptversammlung ausziehen werde, um sich ganz seinen Auftritten als „Karlsche“ zu widmen. Betretene Mienen sah man ringsum.
2008/09 Als Einstimmung in die Kampagne 2008/09 tönte es lautstark „Käskuche Ahoi!“ durch die Flure des Rathauses pünktlich um elf Uhr elf am Elften im Elften. Der Bürgermeister hatte vorsorglich seinen Schreibtisch leergeräumt, um den Karnevalisten möglichst wenig Angriffspunkte zu bieten. Es hatte sich natürlich bis zu ihm herumgesprochen, dass der Elferrat mit Ehrensenatoren und Prinzessin Verena I. unter neuer Leitung den Rathausschlüssel in Empfang nehmen würde. So war es keine allzu große Überraschung, dass Gabi Biefel, die neue Präsidentin, unterstützt von den Fasnachtern, nach der Melodie der Schwäbschen Eisenbahne, den Rathausschlüssel forderte.
Eine wahrlich märchenhafte Inthronisation der neuen Prinzessin erlebten die Gäste am Beginn der Kampagne in der Mehrzweckhalle. Das zipfelbemützte Männerballett als die sieben Zwerge zusammen mit der bösen Stiefmutter hatten das Publikum stimmungsmäßig schon bald voll im Griff, bevor das bestgehütete Geheimnis gelüftet wurde. Aus dem Dunkel des Waldes trat sie hervor, die neue Lieblichkeit Prinzessin „Lena I. aus dem Märchenwald“. Für die Krönungsfeier hatte man wieder ein vielfältiges und ansprechendes Unterhaltungsprogramm zusammen gestellt.
Zum 46. Mal hatten wir zur närrischen Prunksitzung geladen, die diesmal unter dem Motto „Auf ein Neues“ stand. Damit war natürlich der Neuanfang nach dem Weggang des Präsidenten Karlheinz Elsenbast gemeint. Als neuen „Moderator“ hatte man die „SWR-4-Stimme“ Gerhard Augstein gewinnen können. Der erfahrene Moderator, der auch schon einige karnevalistische Sitzungen moderiert hatte, ließ sich nicht lange bitten und machte die Bühne frei für Lokales, Büttenreden, Tänze, Gesang und Show. Natürlich waren alle aktiven Tänzerinnen mit dabei. Am Mikrofon zurück meldete sich mit Fahrrad und Büttelschell Fritz Anselment, um seine „Bekanntmachungen“ zu verbreiten. Die Putzfrauen Brummer und Spreißel kehrten nichts unter den Teppich, während Boxer und Michel sich in humoristischer Art über das andere Geschlecht unterhielten. Der Weltenbummler Freddy berichtete von seiner Weltreise und Bodo Dittrich als „Oma Schnaufmüller“ brachte die Dinge mit exotischer Lache auf den Punkt.
Zum deftig-schmackhaften Fischbuffet und zur Verabschiedung der Fasnacht waren sie in die Mehrzweckhalle gekommen, die Elferräte, Ehrensenatoren, Gardemädels und Angehörige. Wie das Protokoll es vorschreibt, wechselte zuerst der Rathausschlüssel wieder seinen Besitzer. In Vertretung des Bürgermeisters nahm Gemeinderat Karl Weibel das gute Stück aus der Hand von Prinzessin Lena I. entgegen. Dann öffnete sich die Tür und 23 „heulende“ Fasnachter schlichen zur Geldbeutelwäsche auf die Bühne. Dort entledigten sie sich ihrer letzten Barschaft, sehr zur Freude der Schatzmeisterin.
2009/10 Besonders viel Arbeit machte sich das KVR-Team mit der Vorbereitung des 33. Rudi-Maier-Turniers in der Kampagne 2009/10, das zu Ehren des Namensgebers vorbildlich organisiert wurde. Schon im Vorfeld war dies eine stolze Leistung für den relativ kleinen Verein. Ohne die freiwilligen Helferinnen und Helfer, vornehmlich aus der Verwandtschaft der Gardemädels, wäre diese Arbeit nicht zu bewältigen.
Am 11.11. um 11:11 Uhr waren sie wieder da, die Aktiven des Karnevalvereins mit Prinzessin Lena I. am zweitletzten Tag ihrer Regentschaft, um mit dem Bürgermeister auf die Kampagneeröffnung anzustoßen und als äußeres Symbol des Machtwechsels den Rathausschlüssel zu fordern. Präsidentin Gabi Biefel wie auch der Bürgermeister hatten für die Zeremonie Gereimtes vorbereitet, womit sie sich gegenseitig auf die Schippe nahmen. Der anschließende Blick in den Gemeindetresor forderte ein schallendes Gelächter heraus, denn er enthielt sage und schreibe nur 11 Cent. Das war das Signal zur Schlüsselübergabe.
Keinen Grund zum Schwarzsehen hatte der KVR am Freitag, den 13., er setzte farbige Trümpfe dagegen bei der Inthronisation der neuen Prinzessin. Tänze, Marschmusik und Ordensverleihungen leiteten den großen Moment ein. Auf der Bühne wurde es dunkel, der scharlachrote Samtvorhang hob sich und im Scheinwerferlicht bot sich unter brausendem Beifall dem Publikum ein römischer Tempel aus „Marmor“. Die Tür öffnete sich langsam und da stand sie, strahlend im bordeauxroten Abendkleid, von Nebelschwaden, „Göttern“ und „Musen“ umgeben. Gleichzeitig gab ein Schild über der Bühne den Namen frei: „Sabrina I. aus dem Hause Fortuna“. Im folgenden Programm mit der Ernennung von neuen Ehrensenatoren, Spendenübergabe, Ordensrunden für befreundete Vereine und Gardetänzen warf das 44. Jubiläum der Garde Schwarz-Gold seine Schatten voraus. 44 Mädels, die irgendwann in der Garde getanzt hatten, schwangen noch einmal die Beine, darunter allein 12 Exprinzessinnen.
Groß ist die Streitmacht des KVR. Dies wurde jedem Sitzungsbesucher bewusst, als die Aktiven mit Prinzessin Sabrina an der Spitze, allen Tanzgarden, Elferräten und Ehrensenatoren mit ihren Gästen von der Schwetzinger Carneval Gesellschaft in die Mannherzhalle einzogen zur 49. Großen Närrischen Prunksitzung der „Käskuche“. Das Programm fiel dadurch aus dem Rahmen, als es sich auf ein Minimum an auswärtigen Programmnummern beschränkte und überwiegend von eigenen Aktiven bestritten wurde. Den größten Trumpf spielten wieder einmal die Garden aus. Das Publikum hatte an den Auftritten der Krümel-, der Jugend-, der Junioren- und der Aktivengarde ebenso seine Freude wie an den Tanzmariechen Selina Schuler und Jessica Dilger. Dass drei Generationen von Gardemädels heute noch in der Lage sind die Beine zu schwingen, zeigte der Jubiläumstanz „4x11 Jahre Garde Schwarz-Gold“, bei dem genau 44 junge Damen auf der Bühne standen.
Wie gewohnt, war das Bühnendrittel der Mehrzweckhalle Schauplatz des Abschieds von der Kampagne. Den Einstieg in den letzten Abend machte die Juniorengarde mit ihrem Schautanz vor der imposanten Kulisse der Elferräte, Ehrensenatoren, Helfern und Angehörigen. Die Aktivengarde schloss sich an, natürlich nicht im Gardekostüm, sondern passend zum Jubiläum im schwarzen Frack und goldenen Zylinder. Gabi Biefel gab als Präsidentin das Symbol ihrer Macht während der Fasnachtszeit, den Rathausschlüssel, zurück an Bürgermeister Walter Klein, der die Zeremonie mit humorvollen Worten unterstützte. Währenddessen hatte die Vorstandschaft mit Ehefrauen das deftige Fischbüffet vorbereitet. Mit großem Appetit widmete man sich den leckeren Fischköstlichkeiten. Die auf die Bühne gebrachte Wanne kündigte die traditionelle Geldbeutelwäsche der Aktiven des Vereins an. Über 30 „heulende“ Fasnachter entledigten sich unter Jammern und Wehklagen ihrer „letzten“ Barschaft