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Rathaussturm am 11. 11. um 11 Uhr 11
am 11. November 2014

                   

Hier ein Teil des Berichts der Schwetzinger Zeitung vom 12.11.14

Närrische Streitmächte haben das Sagen

Fünfte Jahreszeit ist gestartet / Hausschlüssel und Gemeindekasse eingefordert / Bürgermeister gehorchen nach kurzem Widerstand

Pünktlich um 11.11 Uhr stürmte in Reilingen der Karnevalsverein "Die Käskuche" das Rathaus. Im Bürgersaal angekommen machte es den Anschein, dass sich Bürgermeister Stefan Weisbrod schon auf die Streitmacht eingestellt hatte. Doch mit Partymusik und Luftschlangen konnte er die Narren nicht von ihrem Vorhaben abbringen, der Schlüssel musste in ihre Hände.
Da sie damit rechneten, dass der Bürgermeister ihrem Vorhaben auf die Schliche gekommen war, versuchten sie ihn mit einer Schatzkiste, die mit Geld gefüllt war, abzulenken. "Die Gemeindekasse zu plündern ist zwecklos, denn die ist sowieso leer. Deshalb bringen wir heute etwas mit, um diese aufzufüllen - zum Wohle aller Bürger", sagte Präsident Karlheinz Topp. Während der Bürgermeister die Echtheit des Geldes prüfe, würde der KVR die eine oder andere Satzung ändern, wobei das natürlich oberste Priorität habe, teilten die Narren mit.
"Sei kein Frosch"
"Nun sei kein Frosch und gib' uns den Schlüssel", forderte Topp das Gemeindeoberhaupt auf. Weisbrod versuchte den Schlüssel unauffällig zu verstecken, wurde aber sofort dabei erwischt. Doch bevor er sich dem großen Kampf stellte, gab er dem närrischen Volk noch einiges über seine Gemeinde mit auf den Weg. "Heut' wollt ihr Narren das Rathaus stürmen. Und mich, den Bürgermeister, am liebsten türmen. Denn glaubt mir, die Narretei bei uns im Ort, setzt sich mitunter das ganze Jahr über fort und fort", erklärte der Bürgermeister.
Hatte er in diesem Moment noch etwas Hoffnung, dass der Schlüssel auch in der Fünften Jahreszeit in seinen Händen bleibt, schwand diese, als die Kindergartenkinder sich auf die Seite der Prinzessin stellten - die Macht war verloren. Doch zum Trost sangen die Kinder zum Abschluss ein tolles Lied.

K. Dietrich