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54. große närrische Prunksitzung
am 31. Januar 2015

                                

Hier der Bericht der Schwetzinger Zeitung vom 02.02.2015

Reise nach Las Vegas und Berlin

Ausgelassene Stimmung bei der Prunksitzung
Büttenredner, Garden, Mariechen und Männerballett lassen es krachen

Männerstrip, amüsante Büttenreden, kunstvolle Tänze und jede Menge Stimmung gab es am Samstagabend bei der Prunksitzung des KVR zu erleben. Kein Wunder, dass die Damen und Herren im Saal so richtig ins Schwitzen kamen und dem Puls kaum Zeit blieb, sich wieder in seiner normalen Frequenz einzupendeln. Ganz nebenbei ging es auch auf Reisen nach Berlin und Las Vegas - so etwas nennt man wohl einen gelungenen Abend.
Angeführt vom Fanfarenzug der Rennstadt Hockenheim marschierte die Streitmacht in die Fritz-Mannherz-Halle ein, unter ihnen auch Prinzessin "Nathalie I. vom Tanz zum Ornat" in pinkfarbenem Kleid, die sich, genau wie allen anderen, von den Klängen des Fanfarenzuges mitreißen ließ. Das Bühnenbild trug den Schriftzug "Ihr seid spitze" und unter diesem Motto begrüße Sitzungspräsident Jochen Stephan alle Freunde der fünften Jahreszeit. Zu Gast war der Elferrat der Karnevalsgesellschaft Kronau mit Prinzessin Sylvia und Prinz Bernd, die hautnah miterleben durften, wie die Reilinger feiern können.
Zum Warm-up und. Probearbeiten war Kättl Feierdaach (Jutta Hinderberger) gekommen und damit nichts schief ging, hatte sie ihren "Schbigga" dabei. Sie erzählte, wie die Waage das zeigt, was Frau sehen will. Auch ihre Spontanität hatte sie im Gepäck, genau wie lebhafte Beispiele aus der lateinischen Kommunikation. "Mein Mann nannte mich tyto alba und sagte stolz, das heiße Frau mit schönen Federn. Doch als ich es "gegoggelt" hab, wusste ich, dass es eigentlich Schleiereule heißt." Zum Abschluss rockte Kättl mit einer Gesangseinlage den Saal, die alle von den Stühlen riss.
Über die Krise einer Ehe
De Molly (Oliver Sauer) kam trotz massiver Eheprobleme nach Reilingen und hatte so natürlich jede Menge Gesprächsstoff dabei. Doch bevor er über den Krach mit seiner Frau sprechen konnte, forderten die Besucher ein "Hepp" und der Elferrat musste sich diesem mit erhobenen Händen fügen. Dann erzählte er, dass es mit seiner Frau auch schöne Zeiten gab und sie selbst auch mal schön und ganz dürr war. "Die war so dürr, dass wir heiraten mussten. Ja, die hatte einen Kirschkern verschluckt und ihre Mutter meinte, sie wäre schwanger", sagte er auf Pfälzisch und durfte erst nach einer Zugabe von der Bühne.
Eine lautstarke Zugabe wurde auch von Claudio Gläser, dem Stimmungsmacher von den Brühler Kollergrotten gefordert. Noch bevor er den-' ersten Ton sang, standen· die Ersten schon auf den Tischen und Stühlen. Das. gefiel ihm natürlich und er bescherte mit Liedern wie "Westerland", "Ich bau dir ein Schloss" und "Schatzi, schenk mir ein Foto" eine Mega-Party.
Dass ein standfester Elferrat trinkfest, stabil und sehr potent ist, tat Jürgen Janssen von den Rheinschanzen kund und fügte lautstark hinzu: "Der Elferrat ist einfach spitze". Als Büttenredner auf Kreuzfahrt trat auch Daniel Kneis auf.
Mit dem Feuerwehrballett aus Altlußheim ging es auf eine Reise nach Las Vegas. Locker und lässig ging die Reise los, forderte einen kleinen Tiefschlag und endete nach einem Besuch im Kasino mit einem Geldregen. Das Schlussbild zeigte sich glamourös, wie man es sonst nur in Las Vegas erlebt. Die Reise nach Berlin mit der Schautanzgruppe war ebenfalls im Eintrittspreis inbegriffen und hatte auch Angela Merkel, David Hasselhoff, Barack Obama und Udo Lindenberg mit im Gepäck.
Das Männerballett bot ein Bild von schmucken Matrosen in weißen Uniformen, die nach einem Schlückchen Wein ihre Disziplin immer mehr verloren. Erst ließen sie ihre Hüften schwingen, dann rissen sie sich Jacken und Hemden vom Leib und unter lautem Anfeuern - besonders der Frauen - flogen auch die Hosen ins Publikum. Gut gebaute Männer in gelben Unterhöschen mit lachendem Gesicht drauf brachten den Saal zum Toben.
Landwirt sucht Frau fürs Leben
Ob man in einem stimmungsvollen Faschingspublikum vielleicht die Frau fürs Leben finden kann, testete der Landwirt Tobias Paltz. Als Sepp mit seinen Sonntagshosen hielt er Ausschau im Publikum und kam zu dem Entschluss, dass er keine gebrauchte Frau wollte. Seine Mutter hatte ihm das mit dem Küssen aber sicherheitshalber vorab schon mal erklärt: "Wenn zwei Lippenlappen aufeinander klappen, dabei ein Geräusch entsteht, als wenn ä Kuh durch Scheiße geht" - damit erntete er laute Lacher. Mit einer Gehilfin aus dem Publikum wollte er noch auf seine künstlerische Ader aufmerksam machen und ließ sich ein brennendes Feuerzeug an den Hintern halten. "Seht ihr, das ist das Bild "Das Licht am Ende des Tunnels." Die gekonnt eingesetzte Mimik rundete seine Darbietung dabei ab.
Dazwischen begeisterten immer wieder die Garden und die Tanzmariechen jeweils mit schwungvollen Tänzen und glitzernden Röcken. Die Rhoigeischda aus Altlußheim ließen beim großen Finale dann noch einmal ordentlich die Wände wackeln.
Katrin Dietrich