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Verleihung der Verdienstorden des BDK und
der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine
am 26. Oktober 2014
und der Goldenen L÷wen
am 04. Januar 2015

               

Am 28.10.2014 schrieb die Schwetzinger Zeitung über den Festakt

"Fasnacht kann getrost kommen"

Die gesamte Brühler Festhalle voller Narren: Die Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine, Bezirk Nordbaden, hatte zu einer Ordensmatinee mit Ehrungen verdienter Aktiver eingeladen. Hochdekorierte Würdenträger, Ordensanwärter und Lleblichkeiten mit ihrem Hofstaat gaben sich hier am Sonntag ein Stelldichein. Bezirksvorsitzender Dietmar Beck moderierte das dreistündige Programm mit Musik, Grußworten, Tanzdarbietungen und einem Ehrungsmarathon.
Insgesamt 83 Ausgezeichnete
"Power-Pit" begleitete am Keyboard das Geschehen. In zehn Ordensrunden wurden 83 Aktive mit Verdienstorden und Großen Verdienstorden der Vereinigung, BDK-Verdienstorden in Silber, BDK-Verdienstorden in Gold und als höchste Auszeichnung BDK-Verdienstorden in Gold mit Brillanten, belohnt. Dazu gehörten auch Fasnachter aus Brühl, Schwetzingen, Hockenheim und Reilingen. Diese Vereinigung mit ihren Gesellschaften, Vereinen, Gilden, Zünften und Corps ist der zweitgrößte Verband im Bund Deutscher Karneval, BDK, gab Beck zu verstehen.
Er erinnerte an die Gründung der Vereinigung Badisch-Pfälzische Karnevalsvereine am 10. Oktober 1937 mit 16 Gesellschaften. Inzwischen gehören 380 Vereine mit rund 4000 Mitgliedern dazu. Der Fanfarenzug "Kurpfälzer Trabanten" aus Heidelberg unter Stabführung von Markus Eck marschierte zum kleinen Konzert auf die Bühne.
"Wir sind so weit, die Fasnacht kann kommen," rief Vorsitzender Gerhard Luksch von den Rohrhöfer Göggeln als Gastgeber der Narrenschar zu, bevor Bürgermeisterstellvertreter Bernd Kieser die Gemeinde mit ihrem vielfältigen Kulturangebot vorstellte. Er lobte besonders die 47 Brühler Vereine, darunter zwei Karnevalsvereine, und er dankte den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Zwischen den Ordensrunden sorgte ein temperamentvolles Bühnenprogramm für Abwechslung.
Herzdamen als Augenweide
Die Aktivengarde der Astoria-Störche Walldorf war mit ihrem Schautanz als Herzdamen eine Augenweide. Die Show-Kids der Rohrhöfer Göggel bewiesen mit ihrer tollen Vorstellung, dass es mit dem Nqchwuchs gut bestellt ist. Aktiven-Tanzmariechen Luisa Alt von der Narrhalla hielt die Zuschauer mit gewagten Sprüngen inAtem. Bei "Atemlos" und "Ich will immer wieder diese liebe spüren" von Helene Fischer, interpretiert von Stimmungskanone Katharina Lungschien von den Astoria Störchen Walldorf, hielt es niemand mehr auf den Stühlen.
Unsere Ordensempänger sind:
BDK-Orden in Gold mit Brillant: Richard Dorn
BDK-Verdienstorden in Silber: Ingrid Englert und Sandra Maier
Großer Verdienstorden der Vereinigung: Carina Zuber und Karlheinz Topp

Am 05.01.2015 schrieb die Schwetzinger Zeitung über die Verleihung der Goldenen Löwen

Stolz auf besondere Ehre

Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine verleiht Goldenen Löwen in der Stadthalle Speyer
Gut gebrüllt, Löwe - das konnten gestern 279 Karnevalisten behaupten, nachdem ihnen die höchste Auszeichnung der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine in der Stadthalle um den Hals gelegt worden war. 153 Frauen und 126 Männer erhielten den Goldenen Löwen, die meisten - 36 Prozent - kam aus Nordbaden.
Die 26-jährige Kristina König von den "Kollerkrotten" Brühl hat es ihrer Mutter zu verdanken, dass sie eine fasnachtliche "Karriere" eingeschlagen hat. "Als ich drei war, hat mich meine Mama reingesteckt", erinnert sie sich. Wohin? Zunächst, wie bei den "Kollerkrotten" üblich, zu den Garde-Minis. Es folgte die Jugend, die Aktivität und eine Zeit als Tanzmariechen, bevor König in der Kampagne 2010/11 zur Prinzessin gekrönt wurde.
Sylvia Müller (53), eine der fünf Würdenträgerinnen der "Rohrhöfer Göggel", freut sich: "Ich bin stolz auf die Auszeichnung, da sie nicht alltäglich ist; Ausdauer und Leidenschaft gehören dazu." Bei ihr wurde beides durch die Tochter geweckt, die mit dem Gardetanz begann. Gardebetreuerin und aktives Schautanzmitglied wurde sie ebenso wie Damenelferrat. 2008 gründete sie die "Goggelzunft Rohrhof", eine Untergruppe des Karnevalvereins, mit. In der frönt: sie mit Hingabe der Fasnacht nach alemannischem Vorbild: "Wir sind mehr auf der Straße, haben dadurch mehr Kontakt zu Menschen und das Ganze ist offener."
Katharina Hahn (27) und Vanessa Luksch (26), ebenfalls "Rohrhöfer Göggel", machten die tänzerische Laufbahn im Verein ebenfalls durch, waren beide Prinzessin und trainieren mittlerweile gemeinsam die Minis und die Jugendgarde. "Bei uns passt die Gemeinschaft, wir haben Spaß miteinander und das nicht nur an Fasnacht, sondern auch bei Veranstaltungen unterm Jahr", beschreibt Präsidenten-Tochter Luksch ihr Faible für die Fasnacht.
Zum Quintett der neuen Göggel Löwenträger zählt das Mutter-Tochter-Gespann Elke und Jasmin Menzel. Letztere war "schuld" am Einstieg der Mama in die Karnevalsriege, denn im zarten Kindesalter rief bei Jasmin die Garde. Nach der tänzerischen Laufbahn folgte für die heute 28-Jährige die Zeit als Tollität 2011/12 und seit drei Jahren der Posten als Trainerin der Schautanzgruppe "Tanzelfen".
Weiter für Fasnacht aktiv
Ein Leben ohne Fasnacht wird es bei ihr Jasmin Menzel auch künftig nicht geben. "Da geht noch was", meint sie und lacht. Ihre Mutter Elke (54) hat eine einfache Erklärung für ihren Einsatz um das karnevalistische Brauchtum: "Weil ich ä närrisches Weib bin - ich brauch das."
Im Damenelferrat bringt sie sich ein und seit 2002, zudem in der Vorstandschaft als Schriftführerin. Dass sie die vergangenen 22 Jahre ununterbrochen für nur einen Verein engagiert war, war Menzel im Zusammenhang mit der Verleihung des Goldenen Löwen wichtig.
Bei Nadine Kern (29) war es der Papa, bei Lena Stephan (28) die Cousine, die sie zur Fasnacht brachten. Eine Abordnung der Reilinger "Käskuche" begleitete die leidenschaftlichen Tänzerinnen, die beide bereits Prinzessin des Vereins waren, zur Löwen-Verleihung. Gute Laune, tolle Stimmung und Gemeinschaft - das ist, was den Reilinger Närrinnen besonders an ihrem Hobby gefällt.
Ebenso wie Sarah Janko (28) vom Carneval Club Grün-Weiß Oftersheim. Aktive Tänzerin, Teil des Jubiläumsprinzenpaares 2007 /08, Trainerin der Jugendgarde seit 2006, Elferrätin seit 2011, Schriftführerin seit 2012-diese Stationen hat die Mama des zweieinhalbjährigen Ben bereits hinter sich. Dass nach dem Goldenen Löwen noch lange nicht Schluss ist, versichert sie. Schließlich gibt es im Karneval noch viele Wege zu beschreiten.
Die "Narrhalla" Ketsch hat zwei Aktive für den Löwen "nominiert". Mit Verena Seppich (27) steht eine weitere ehemalige Prinzessin auf der Bühne, die mit sechs Jahren in der Garde begann und heute noch im Schautanz mitwirkt. Seit vier Jahren trainiert die Schriftführerin die "Frechdachse" des Vereins.
Ihr Vereinskollege Alfred Bröckel (72) kam durch das Singen zur Fasnacht, wie er erzählt. Bei den "Ketscher Rhoischnooke" sei er damals aktiv gewesen. Seit 1997 legt er an der Biergondel der "Narrhalla" Hand an, schmückt und fährt den Wagen bei Umzügen. Ansonsten helfe ich da, wo es nötig ist", sagt Bröckel und betont: "Dass ich als Löwen-Träger vorgeschlagen wurde, finde ich 'toll. Es macht mich unheimlich stolz."
Dass selbst Zufallsbegegnungen zu hohen Ehren führen können, beweist der "Fall" Wilhelm Stohner. Der 63-Jährige stieß unverhofft zum Carneval Club Blau-Weiß Hockenheim: "Durch ein Fest, das Talhaus-Power hieß", erinnert er sich. Als Folge hatte Stohner irgendwann das Amt des Wirtschaftsministers der Blau-Weißen inne, war vor zehn Jahren Senatspräsident und repräsentiert heute noch als Senator seinen Verein. "Der Goldene Löwe ist für mich persönlich die höchste Auszeichnung", unterstreicht Stohner.
Susanne Kühner