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51. große närrische Prunksitzung
am 04. Februar 2012

                          

Hier der Bericht der Schwetzinger Zeitung vom 7.2.12

Eigene Kräfte würzen den Narrenreigen

50 Jahre und kein bisschen leise
Prunksitzung mit schwungvollen Tänzen, herzhaften Bütten und stimmungsvoller Musik

In Begleitung des Fanfarenzuges der Rennstadt Hockenheim zog die Streitmacht des Reilinger Karnevalsvereins unter Paukenschlägen und wehenden Fahnen in die Fritz-Mannherz-Halle ein. Nach einigen donnernden "Ahoi" und der Begrüßung durch Sitzungspräsident Rüdiger Klein und Prinzessin Nadine II. von Glanz und Karat stimmte die moderne Besatzung des Fanfarenzuges, unter dem Gesang des musikalischen Leiters Peter Ehringer, das Publikum auf einen närrischen Abend im Jubiläumsjahr ein.
Als der Elferrat einen prüfenden Blick auf das Publikum geworfen und festgestellt hatte, dass sich alle Besucher schön verkleidet haben und sogar Elvis, eine Waldfee, jede Menge Hippies, Engel und auch Kurt Wilhelm (bekannt als der Groiner) unter den Gästen waren, stand dem Narrenreigen nichts mehr im Wege.

Nachwuchs in der Bütt
Besonderes freute sich der KVR über die Beiträge aus den eigenen Reihen. Als jüngste Akteurin stand Jacqueline Izzo in der Bütt. Viele kannten sie schon von der Inthronisation im November, als sie über die Leiden eines Teenagers klagte und träumte "Wenn ich doch schon 20 wär". Doch nun, drei Monate später, stehen ganz anderen Problemen auf dem Tapet. Denn "die Suche nach dem Traumboy" stellt sich als sehr viel schwieriger heraus als sie dachte. War doch bis vor ein paar Monaten Papa noch der tollste Mann, was sie nun überhaupt nicht mehr verstehen kann, sind die Ansprüche mit 14 Jahren doch gestiegen. Doch nach den ersten Kuss-Versuchen musste Jacqueline feststellen: "Dann kriegt man die Type ja nimmer los". Also bleibt sie erst mal weiter Single und wird hoffentlich noch oft in der Bütt von dem schweren Leben als Teenager erzählen.
Die Neuigkeiten aus dem Dorf verkündete Ortsbüttel Peter Geng. Kräftig läutete er die Glocke und rief aus vollem Hals: "Bekanntmachung". "Die Anzeige einer älteren Dame, die das Baden in den großen Bottichen am historischen Dorffest als schamlos bezeichnete, wurde abgelehnt. Grund, Nacktbaden sei nicht schamlos, das Zuschauen aber schon". "Weiter wurde im Ort beobachtet, dass die Reilinger nach Erhalt der letzten Abwasserrechnung immer mit zusammengepressten Beinen herumlaufen. Es wird spekuliert, dass sie so versuchen, ihr Abwasser länger halten zu können."
Musikalisch widmeten sich dann die Bänkelsänger Philipp Gärtner, Reinhold, Schröter und Fritz Anselment dem 725. Dorfjubiläum. "Der Bürgermeister rauft sich die Haare und bildet und bildet Arbeitsgruppen. Sabine Petzold hat die Leitung und fädelt alles ein, sie kommandiert die Gruppen und trägt allein die mords Verantwortung" sangen die Drei. Doch sie dachten auch schon an das Jubiläum 2036. "Dann hat der Klein keinen Titel, die Petzold geht privat, dann wird die ganze Sache wohl mal so richtig fad." Einen tollen Hüftschwung zeigten schon die Kleinsten beim KVR, die Krümelgarde. Zu dem Titel "Let's twist again" flogen ihre Zöpfe nur so hin und her und das Publikum applaudierte lautstark. Auch die Märsche der Kraichbachspatzen und der Kraichbachperlen fanden große Anerkennung. Das Juniorentanzmariechen Selina Schuler tanzte über die Bühne, überschlug sich und landete sicher im Spagat. Die Juniorengarde lud die Gäste bei ihrem Schautanz mit dem Motto "Abgehoben - mit der KV Airline unterwegs" auf einen turbulenten Urlaubsflug ein und musste prompt eine Zugabe tanzen, genau wie die Großen von der Schautanzgruppe mit der "Jukebox".
Als Gäste waren der Musikant Horst Karcher mit seinem Akkordeon, Bauchredner Andreas Knecht mit seinem frechen Vogel Gregor und der Protokoller Franz Barth nach Reilingen gekommen. Doch zeigte sich beim Protokoller, dass die Politik nicht so den richtigen Anklang fand, da sich beim "Volk" eine große Unruhe breitmachte.
Bei Ítzi geht die Post ab
Dem DJ-Ítzi-Double Peter Lingenfelder gelang es dagegen, die Narren und auch den Elferrat von den Stühlen zu reißen. Spontan führten Rüdiger Klein und Ihre Lieblichkeit Nadine II. eine Polonaise durch das Publikum an und die Stimmung geriet auf den Siedepunkt. Lingenfelder hatte voll ins Schwarze getroffen und wurde erst nach dem neuen Ötzi-Hit "I sing a Liad für di" schweren Herzens von der Bühne gelassen.
Kurz nach Mitternacht stellte sich dann die Frage: "Sag mal, von wo kommt ihr denn her?". Blaue Gestalten betraten die Bühne und stellten sich als Schlümpfe vor. Blau bemalt tanzten sie als Männerballett mit Schlumpfine und Papa Schlumpf zu den aktuellen Party-Hits und gehörten so zu den Höhepunkten des Abends. Zum großen Finale machte die "Guggemusisch Feierdeifel" Oberacker noch einmal so richtig Rabatz in der Halle und beschlossen das Bühnenprogramm. Doch für etliche Narren ging es dann erst richtig los. Das Engelchen tanzte mit dem Teufelchen und Katz und Maus stießen mit einem Glas Sekt an. Das ist Reilinger Fassenacht.
Katrin Dietrich
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