Ein paar Bilder aus der Prunksitzung


Die Krümelgarde, auch liebevoll die Garde des Präsidenten genannt, verzaubert das Publikum.


Auch die Elferräte, unterstützt von den Kollegen der Munnemer Göckel, sind in Stimmung.


Die Jugendgarde bei ihrem Auftritt, der in zwei Teile, die kleineren und die größeren Mädels, aufgeteilt ist.


Die gesamte Schautanz Gruppe mit ihrem Tanz.


Achim Jonath und Bernd Biedermann vom Männerballett mit "Die Wanne ist voll".




Karnevalisten brennen ein närisches Feuerwerk ab
mit weniger Worten und mehr Action auf der Bühne


Wenn's in der Mannherz-Halle aus allen Ecken lacht und kracht, dann ist klar: in Reilingen ist wieder Fasnacht. Zusammengekommen sind daher alle Närrinnen und Narren, um die 46. Prunksitzung der Spargelgemeinde zu genießen. Prunk vom Boden bis zur Decke, von der Bühne bis zur Küchenecke: An Glanz und Glamour haben "Die Käskuche" nicht gespart, Einsparungen gab es anderer Art. Starke Bütten und flotte Tänze In diesem Jahr machte sich der Karnevalsverein das Motto "Wenn die Präsidenten weniger reden würden, wäre die Fasnacht länger" zu Nutzen, denn "wir erleben die kürzeste Kampagne aller Zeiten", so Präsident Karlheinz Eisenbast an der Seite von Prinzessin Verena I. von der närrischen Galaxy.
Wozu also noch lange Reden schwingen? Schließlich brachte ja "Ortsbüttel" Peter Geng in seinen Bekanntmachungen die neuesten Nachrichten vom Nabel der Welt gleich mit. Soll doch künftig das Rathaus aufgrund der steigenden ölpreise mit Verstand geheizt und ferner eine neue Bildungsreform ausgeführt werden: "Jedem Bürger, der 100 Besuche auf dem Rathaus nachweisen kann, soll ein Abiturzeugnis ausgestellt werden." Den dreifach donnernden Schlachtruf konnte sich der "Büttel" mühelos sichern.
Aber auch ein Fernsehgesicht mischte in der Bütt mit. Mit ihr lacht nicht nur Hessen zur Fasnacht: Corinna Kuhl alias die "Olle Dolle" hatte die Lacher schon allein durch ihr lumpiges Aussehen auf ihrer Seite. Wenn sie dann noch ein bisschen Hinz und Kunz durch den Kakao zieht, ist ihr die Sympathie des Publikums garantiert. Und das wurde bei den "Froschteichsängem" voll und ganz eingespannt. Das Quartett verstand es, aus den Faschingsgästen den größten Narrenchor zu machen, der zugleich seine Premiere als Blasmusikorchester feiern konnte. Nach "Uftata" und "Tätärä" ging es mit Eleganz auf der Bühne weiter.
Erst im November mit dem Tanzen begonnen, beeindruckte Jugendtanzmariechen Selina Schuler mit grazilen Bewegungen zu Bonnie Tylers "Total Eclipse of the Heart", bevor eine ganz andere "reigelosse" wurde: Monika Müller brachte als Prinzessin mit einer singenden Bütt ihren ganz eigenen Charme in die Halle.
Trotz Spiegels in der Hand, ist sie lange nicht die Schönste im Land: "Mei Werte sin halt inne, sag ich zu Dr. Fix. Meint der: 'Dann lass dich wende, doch nutzen werd des nix'." Doch ganz gewiss hat sie "eine vornehme Art" und ist "als Bürgerliche viel zu schad".
Ob sie allerdings im Alter noch mit "Fräulein Baumann" (Dr. Markus Weber) mithalten kann? Die 86-jährige geht nicht nur täglich ins Fitnessstudio, sondern wurde kürzlich zur Brandschutzbeauftragen ernannt und weiß genau, was sie tun muss, wenn's am Ausgang brennt: "Ich nemm Penate-Creme."

Hits und Hingucker

Scherze auf Kosten des Elferrats, mit dem "de Molly" (Oliver Sauer) seine Spielchen spielte, Zickereien unter den Putzfrauen der Nation "Brummer und Spreißel" (Siggi Naber, Elsbeth Steidel) oder einfach nur wirre Beiträge des Chaotenduos: Die Büttenreden ließen keine Wünsche offen.
Bis Mittemacht wurde zu ihnen mitgelacht - immer wieder mal von einen beinwerfenden Gardetanz unterbrochen, der sich wie ein roter Faden durch die Prunksitzung zog. Rot war auch der Flitzer, mit der Stimmungssänger und Präsident "Karlsche" über die Bühne fegte und dem närrischen Publikum mit Karnevalhits einheizte, bevor die Schautanzgruppe letztendlich jeden davon überzeugte, dass aller guten Dinge drei sind.
An Können kaum zu überbieten trumpfte als Highlight des Abends das Männerballett auf: Nana Mouskouri, Tina Turner und sogar den King ofRock'n'Roll persönlich, "die Käskuche" haben bei den Hitgiganten keine Kosten und Mühe gescheut -und auch hier an Worten gespart. Männer in Netzstrümpfen, Bierbäuche über knappen Slips und eine maskuline Trude Herr, die statt Schokolade lieber einen Mann will, sprechen für sich.
Mit diesem Finale schloss der Akt des Abends. Den "Käskuche" gebührt für diese Prunksitzung, was sie selbst in Kartons haben, ein großer, dicker goldener Orden. Ahoi!