Ein paar Bilder aus der Prunksitzung

Die Streitmacht des KVR unter Führung ihres Präsidenten Karlheinz Elsenbast
ist mit Prinzessin Angela I. von der Raubritterburg
und den Ittlinger Käfern samt Prinzenpaar aufmarschiert


Der Ortsbüttel Peter Geng hat bei seinen vielen Beeekanntmachungen
auch einen Durst


Das überaus erfolgreiche Jugendtanzpaar Darja Balatzki und Lukas Müller


Die Senioren-Garde "Schwarz-Gold" in Aktion


Das Männerballett diesmal als liebliche, unschuldige Blümelein


Alles, was eine gute Prunksitzung braucht - und mehr

Das Programm traf einmal mehr den Geschmack des Publikums genau
Eine gelungene Generalprobe für das kommende Jubiläum

Was macht eine gelungene Prunksitzung aus? Gardemädchen, Bütten, Musik, jede Menge Stimmung im Saal und gut gelaunte Sitzungspräsidenten! Wer das erwartet hatte, bekam es auch. Wir boten am Samstag den 22.1.2005 in der Mehrzweckhalle ein hochkarätiges Programm, das alles hatte, was eine gute Prunksitzung braucht.
Freudig begrüßte Ehrensitzungspräsident Siegfried von Sagunski, der auch die Leitung des Finales übernahm, schon vorm großen Einmarsch die erste Reilinger Faschingsprinzessin Christa I. von Dentonien, die die Kampagne 1966/67 angeführt hatte. Hinterm Fanfarenzug Pfaffenhoven zog sodann die närrische Streitmacht ein mit der amtierenden Lieblichkeit Prinzessin Angela I. von der Raubritterburg, begleitet von Präsident Karlheinz Elsenbast. Unterstützung hatten sie von der Karnevalsgesellschaft „Ittlinger Käfer", die auch ihr Prinzenpaar entsandt hatte.
Sogleich wurde die Bütt in die Mitte gerückt und freigegeben für Bürgermeister Walter Klein, der seine Grußworte an das närrische Volk in einer ausgewachsenen Büttenrede verkündete.
Bühne frei für die „Krümelgarde", hieß es dann und es waren tatsächlich ein paar Krümelchen dabei, die einen allerliebst dargebotenen Tanz zeigten und uns der Nachwuchssorgen entheben.
Wenn eine Schelle ertönt und der durchdringende Ruf „Beeekanntmachung!" durch die Halle schallt, dann wissen die Reilinger, es ist Zeit für den Ortsbüttel, der sich mit Fahrrad und Aktenmappe den Weg zur Bühne bahnt. Gemeinderat Peter Geng ist schon eine fasnachtliche Institution und bringt allerhand aus der Gemeindepolitik und dem Rat mit. Der Ortsbüttel scheute sich erneut nicht, kräftige Seitenhiebe in alle Richtungen zu verteilen. Ein bisschen Politik tut der Fasnacht immer gut. So weiß jetzt jeder, dass der Bürgermeister einen Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis gestellt hat. In die Spalte „Art der Behinderung" trug er ein: „18 Gemeinderäte".
Spritzig und gekonnt brachten die Mädchen der Jugendgarde ihren Tanz dar. Hier steckt viel Disziplin und Training dahinter, was das Publikum auch mit großem Beifall honorierte. Die Bütt wurde wieder freigegeben für das „Chaoten Duo" Lothar Stripf und Gerhard Wetz. In lockerem Plauderton reihten sie Pointen aneinander und ernteten immer wieder Lachsalven. Ein Augenschmaus war Jugendtanzmariechen Darja Balatzki, die eine Kür in rasantem Tempo präsentierte, wir können zu Recht stolz auf die hoch motivierten Garden und Einzeltänzer sein. Rolli Müller aus Ludwigshafen hatte Geschichten über einen öko-Metzger mitgebracht. Ein Vortrag, gewürzt mit politischen Pointen und lustigen Begebenheiten aus dem Metzgerladen. Bei ihm ist die Ware so frisch, „da können sie am Herz noch ein EKG machen". Genug der Worte -die Froschteichsänger brachten Stimmung in den Saal. Bei so viel Temperament auf der Bühne hielt es keinen mehr auf dem Sitz, das närrische Publikum stand auf den Stühlen und schunkelte, was das Zeug hielt.
Voller Stolz kündigte der Sitzungspräsident das Jugendtanzpaar Darja Balatzki und Lukas Müller an. Eine erstklassige Darbietung, die an Perfektion kaum zu überbieten war, schließlich sind die beiden die amtierenden badischen Meister 2005. Das Publikum war begeistert und sparte nicht am Applaus - vier Siege bei fünf Turnieren in der aktuellen Saison kommen nicht von ungefähr.
Fräulein Baumann, ein spätes Mädchen, das etwas Probleme hatte, nach Reilingen zu kommen, hatte sich am Ortseingang einer Leibesvisitation unterziehen müssen. Bei dem jungen Beamten musste sie sich dreimal (freiwillig) anstellen, so hatte es etwas gedauert, bis sie die Mannherz-Halle erreicht hatte. Ihre Anekdoten über das Altersheim und ihren Hausarzt ließen das Publikum mit den Lachtränen kämpfen. Fräulein Baumann alias Dr. Markus Weber aus Weinheim nahm stehende Ovationen für seine Bütt entgegen.
Gardetanz, Gesangseinlagen und Büttenreden wechselten sich in rasantem Tempo ab, so dass keiner auf die Uhr schaute. Dafür um so mehr auf die Bühne, wo die Seniorengarde Aufstellung genommen hatte. Mit ihrer Darbietung tanzten sie sich in die Riege der besten fünf der Badischen Meisterschaften und das verdient, wie sich die begeisterten Zuschauer überzeugten.
Ein europameisterschaftsgeschädigter Fußballer (Günter Dudenhöffer aus Grünstadt) erzählte von seinen fußballerischen Erfahrungen, die er mit passenden musikalischen Einlagen würzte. Er hatte auch seinen eigenen Fan-Club mitgebracht.
Seniorenmariechen Lisa Oppinger brachte Schwung auf die Bühne, und der Schautanz der 24-köpfigen Gruppe von Elisabeth Gärtner, die schon mehrfach glänzende Platzierungen bei badischen, süddeutschen und deutschen Meisterschaften erzielt hat, über ein bewegtes Formel Eins-Wochenende kam nicht ohne Zugabe von der Bühne. Eine rasante Choreographie, fetzige Musik und tolle Kostüme brachten das Publikum zum Toben.
Was wäre die Reilinger Fasnacht ohne das „Karlsche"? Stimmungsmäßig kaum zu überbieten, brachte „Karlsche" (Präsident Karlheinz Elsenbast) das närrische Volk mit Stimmungsliedern auf die Stühle.
Zu später Stunde fanden sich dann noch „zierliche" Südseeschönheiten ein: Das Männerballett entführte nach Hawaii. Hübsch waren sie in ihren Baströckchen, lenkte auch das ein oder andere stattliche „Bäuchlein" fast von der kunstvoll modellierten Oberweite ab. Kurz vor Mitternacht schloss die Guggenmusik Pfaffenhoven ein kurzweiliges, temperamentvolles Programm ab, und unsere neue sechsköpfige Hauskapelle, "Mid-nights", lockte mit fetzigen Rhythmen bis spät in die Nacht die Tänzer aufs Parkett.
Schwetzinger Zeitung vom 24.1.05