Ein paar Bilder aus der Prunksitzung

Das Karlsche mit den beiden Prinzessinen


Das Männerballett


Unser Karlsche sorgt für Stimmung



Bei der "Käskuche"-Prunksitzung schwebt man auf
"Faschingswolke 7"

Bunte Programmmischung kommt beim Publikum bestens an.
Der Orstbüttel sorgt traditionell für Lokalkolorit.
Präsident begeistert als singendes "Karlsche".

Die gut gelaunten Besucher in der ausverkauften Mannherz-Halle schienen an diesem Tag auf "Faschingswolke sieben" zu schweben, die Stimmung war von Anbeginn bis nach Mitternacht prächtig. Bei den zahlreichen musikalisch schwungvollen Auftritten tobte der Saal, bei den Büttenrednern war es selbst zu später Stunde noch ganz ruhig im Saal, keiner wollte eine der treffenden Pointen verpassen. 

Prunksitzung bei den "Käskuchen", das bedeutet echte Kurpfälzer Fasnacht mit urigem Humor und fröhlicher Ausgelassenheit. Die vielen kostümierten Gäste setzten schon viele optische Blickpunkte und als der Ehrensitzungspräsident Siegfried von Sagunski die Gäste begrüßte und zum Einmarsch aufrief, da zeigte sich sehr schnell, dass Reilingen eine närrische Hochburg ist.

Die Schar der charmanten Mädchen und jungen Damen wollte kaum enden, als die Garden einmarschierten, gefolgt von Elferrat und Ehrensenatoren und auch Gäste waren dabei, der Elferrat der "Kollerkrotten" aus Brühl.

Ein fröhlich-buntes Eröffnungsbild dieser "karnevalistischen Streitmacht" bildete den gelungenen Auftakt und Reilingens Prinzessin  "Melanie I. von Disneyland" begrü8te die   illustre Narrenschar. Als die Elferräte ihre Plätze eingenommen hatten, Prinzessin Melanie zusammen mit ihrer Brühler Kollerkrotten-Kollegin Dagmar am Rande der Bühne ihre Plätze eingenommen hatten, konnte nichts mehr das närrische Spektakel aufhalten. 

Zuvor stand noch traditionsgemäß Bürgermeister Walter Klein in der Bütte, lobte die Arbeit der Karnevalisten im Sinne von Frohsinn und Heiterkeit und überreichte dem Sitzungspräsidenten Karlheinz Elsenbast einen echten Reilinger Käskuchen. "Sonst verschenkt ihr immer diese Reilinger Spezialität, jetzt wollen wir euch danken, indem ihr mit Käskuchen beschenkt werdet," sagte Bürgermeister Walter Klein unter dem donnernden Beifall des hohen närrischen Hauses, das gleich "voll auf Zack" war.

Die "Beziehung" zwischen Sitzungspräsident und dem Hallenpublikum war optimal, wenn Karlheinz Elsenbast "Hallo Halle!" rief, dann klang es vielhundertfach "Hallo Kalle!" zurück.

Der Karnevalverein   "Käskuche" ist im süddeutschen Raum bekannt für seine Garden. Und so zogen sich die eigenen Reilinger Gardeauftritte wie ein roter Faden durch den gesamten Prunksitzungsabend. Mit der kleinen "Krümelgarde" ging es los, das Jugendtanzmariechen Darija Balatzki erwies sich als ein sportlich-musikalisches Tanztalent und zusammen mit Lukas Müller hat sie auf dem Paartanzsektor sicherlich eine große Zukunft vor sich.

Schwungvoll und temperamentvoll präsentierte sich die Jugendgarde und auch die Juniorengarde fiel durch ihren einfaIlsreichen Tanz sehr positiv auf.

Juniorenmariechen Irene Faber ließ viel musikalisches Feingefühl erkennen und beim Seniorenmariechen war deutlich zu spüren, dass sie viel Wert auf eine exakte Choreografie liegt und auch sportlich optimal durchtrainiert ist.

Ein Wunsch der Seniorengerade wurde am Samstag ebenfalls erfüllt, sie konnten einmal im fröhlichen bayrischen Trachten-Outfit tanzen und verzichteten diesmal auf die schwarz-goldene Gardeuniform.  Dass sie natürlich "volle Leistung" brachten, dankte das PubIikum mit einer der vielen  Raketen des Sitzungsabends.

Der Showtanz der Garde "Police Akademie" war einer der Höhepunkte, ein Showtanz mit grundverschiedenen immer wieder überraschenden Bewegungselementen, mit gewollter Hektik und mitreißender Dynamik. "Wir drücken euch die Daumen für die süddeutsche Meisterschaft demnächst in Hof", rief Präsident Elsenbast den jungen Tänzerinnen und Tänzern zu, ehe er dann kurz verschwand und als das populäre "Karlsche" wieder auf die Bühne kam.

Wohl dem Karnevalverein, dessen Sitzungspräsident auf allen großen Veranstaltungen in Baden und der Pfalz gefragt ist und der natürlich mit seiner musikalisch flotten Show "bei seinem Verein" wahrlich dafür sorgt, dass es keinen mehr auf den Sitzen hält, ganz im Gegenteil.

Die "Zugabe-Rufe" wollten nicht enden, das "Karlsche" ließ sich nicht lumpen, der ihn zwischenzeitlich als Sitzungsleiter vertretende Grandseigneur der ReiIinger Fasnacht rief dabei strahlend dem Publikum zu: "Ihr seid aber dann selbst schuld, wenn es spät wird." Aber das interessierte an diesem Prunksitzungsabend niemanden, dazu war die   Stimmung viel  zu gut. Schließlich war "von allem und für jeden" etwas dabei. Der Reilinger Ortsbüttel mit seinen "Beeeekanntmachungen" und eine Reilinger Prunksit- zung gehören zusammen wie "Faust und Mephisto". Vom Ortsbüttel, dessen Schelle Fritz Anselment ganz kräftig schwang, war so manches aus dem Rathaus und dem Ortsgeschehen zu erfahren. So beispielsweise, dass der Hallenwart  wegen der türkischen Hochzeiten in der Halle einen Türkisch-Kurs mache, sein Türkischlehrer aber ernsthafte Probleme beim übersetzen von Ausdrücken wie "Dabbscheedel, Hannepampel oder saure Schlappe" habe. Die Silhouette auf dem Zunftbaum sei absichtlich so klein geraten, "der Reilinger Optiker hat sie nämlich gesponsert, und freut sich jetzt über erhöhten Umsatz". Unnachahmlich sind nach wie vor Lothar Stripf und Gerhard Wetz, die ihrem Namen als "Chaotenduo" einmal mehr alle Ehre machten. Wer kommt schon auf die Idee, dass es sich bei der original italienischen Designer-Toilette für knapp 20 Euro um einen "Römertopf" handelt, 

Gleich mitten auf des Bürgermeisters Tisch stellte sich "de Molly", bat Bürgermeister Klein zu winken ("So sieht es aus, wenn die öffentliche Hand ins Leere greift"), beflirtete die um ihn sitzenden Damen und unterhielt das Auditorium. Neben dem aus Kaiserslautern kommenden Oliver Sauer als "Molly" erzählte Günter Dudenhöfer aus Grünstadt von den Freuden, mehr aber den Leiden eines Bräutigams. 

Eine Travestieshow der Spitzenklasse bot der Präsident der Pirmasenser Karnevalisten, Uwe  Hauser, seine Kostüm- und Perückenvielfalt beeindruckte die Zuschauer, in gleichem Maße, wie die Röcke immer kürzer wurden. 

Der Frankenthaler Karnevalpräsident mimte in der Bütte eine "Fahrschülerin" und Peter Schick ("Wie bleed") hatte sein Publikum auch kurz nach Mitternacht noch fest im Griff. Er kam gerade aus einer armen Gegend ("Dort iss der Regenbogen schwarz-weiß") und er  hatte Lust auf ein "Friseurschnitzel", also einen Kammbraten. Peter Schicks Gags sind "an der Schmerzgrenze", aber man möchte immer mehr davon. 

Für Stimmung sorgte das Ettlinger "Wasentrio" und die Waldbrunner "Froschteichsänger". Auch das Männerballett der "Käskuche" kam um eine Zugabe nicht herum, der Tanz der "Farmerinnen und Farmer" war einfallsreich choreografiert und gekonnt ausgeführt.

Beim großen Finale packte man gewissermaßen noch einmal "alles unter einen Hut". Die Guggemusik aus Büchenau, die "Basselschorra" sorgten dafür, dass die "Käskuche" einen letzten Höhepunkt erreichte und zu einem weiteren Markstein in 41-jährigen Geschichte des Vereins wurde.